Bilder — diese producirt die Phantasie, und ich weiss,dass sie der Realität nicht entsprechen. Also ich glaubeihnen nur als Bildern, nicht als Realitäten.
Kunst enthält die Freude, durch Oberflächen Glau-ben zu erwecken: aber man wird ja nicht getäuscht! Dannhörte ja die Kunst auf. Die Kunst legt es doch aufeine Täuschung ab — aber wir werden nicht getäuscht?Woher die Lust an der versuchten Täuschung, an demSchein, der immer als Schein erkannt wird? Kunstbehandelt also den Schein als Schein, will also geradenicht täuschen, ist wahr. Das reine begierdenloseBetrachten ist nur an dem Scheine möglich, der alsSchein erkannt wird, der gar nicht zum Glauben ver-führen will und insofern unsern Willen gar nicht anregt.
Nur der, der die ganze Welt als Schein betrachtenkönnte, wäre im Stande, sie begierden- und trieblosanzusehen: Künstler und Philosoph. Hier hört derTrieb auf. So lange man Wahrheit an der Welt sucht,steht man unter der Herrschaft des Triebes: der aberwill Lust und nicht Wahrheit, er will den Glauben andie Wahrheit, also die Lustwirkungen dieses Glaubens.
Die Welt als Schein — Heiliger, Künstler, Phi-losoph.
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Ganz wahrhaftig zu sein — herrliche heroische Lustdes Menschen, in einer lügenhaften Natur! Aber nursehr relativ möglich! Das ist tragisch. Das ist dastragische Problem Kant’s! Jetzt bekommt die Kunsteine ganz neue Würde. Die Wissenschaften dagegensind einen Grad degradirt. Wahrhaftigkeit derKunst: sie ist allein jetzt ehrlich. So kommen wir,auf ungeheurem Umweg, wieder auf das natürliche