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6. Kant und Schopenhauer.
i.
Es ist zu beweisen, dass alle WeltconstructionenAnthropomorphismen sind: ja alle Wissenschaften, wennKant Recht hat. Freilich giebt es hier einen Cirkel-schluss: haben die Wissenschaften Recht, so stehn wirnicht auf Kant’s Grundlage, hat Kant Recht, so habendie Wissenschaften Unrecht.
Gegen Kant ist dann noch immer einzuwenden,dass, alle seine Sätze zugegeben, doch noch die volleMöglichkeit bestehen bleibt, dass die Welt so ist, wiesie uns erscheint. Persönlich ist übrigens diese ganzePosition unbrauchbar: in dieser Skepsis kann niemandleben.
Wir müssen über diese Skepsis hinaus, wir müssensie vergessen! Wie viel müssen wir nicht vergessen indieser Welt!
Nicht im Erkennen, im Schaffen liegt unserHeil! Im höchsten Scheine, in der edelsten Wallung liegtunsre Grösse. Geht uns das Weltall nichts an, so wollenwir das Recht haben, es zu verachten.
2 .
Kant sagt (in der zweiten Vorrede zur „Kritik derreinen Vernunft“) „ich musste das Wissen aufheben,um zum Glauben Platz zu bekommen, und derDogmatismus der Metaphysik, das ist das Vorurtheil, inihr ohne Kritik der reinen Vernunft fortzukommen, istdie wahre Quelle alles der Moralität widerstrebenden