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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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gegenseitige Anerkennung sich nicht zu schädigen. Alsoaus Klugheit. In der Form von festen Grundsätzen siehtes dann wieder anders aus: als Charakterfestigkeit. Liebeund Recht Gegensätze: Culminationspunkt Aufopfern fürdie Welt.

Das Vorausnehmen von möglichen Unlustempfin-dungen bestimmt die Handlung des rechtlichen Menschen :er kennt empirisch die Folgen der Verletzung des Nächsten:aber auch der Verletzung seiner selbst. Dagegen ist diechristliche Ethik der Gegensatz: sie beruht auf demIdentificiren seiner selbst mit dem Nächsten; andern wohl-thun ist hier ein Sichselbstwohlthun, mit andern leidenist hier gleich dem eignen Leid. Liebe ist mit einer Be-gierde zur Einheit verbunden.

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Schopenhauer leugnet die Wirksamkeit der mora-lischen Philosophie auf die Moralitäten: wie der Künstlernicht nach Begriffen schaffe. Merkwürdig! Es ist wahr,jeder Mensch ist schon ein intelligibles Wesen (durchzahllose Generationen bedingt). Aber das stärkere Er-regen bestimmter Reizempfindungen durch Begriffe wirktdoch stärkend für diese moralischen Kräfte. Es bildetsich nichts Neues, aber die schaffende Energie conce ntrirtsich nach einer Seite hin. Zum Beispiel der kategorischeImperativ hat die uneigennützige Tugendempfindungsehr bestärkt. Wir sehen auch hier, dass der einzelnehervorragende moralische Mensch einen Zauber derNachahmung ausübt. Diesen Zauber soll der Philosophverbreiten. Was für die höchsten Exemplare Gesetz ist,muss allmählich überhaupt als Gesetz gelten: wenn auchnur als Schranke der anderen.