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5- Zur Theorie der Moral.
i.
Eine verneinende Moral höchst grossartig, weilwundervoll unmöglich. Was heisst es, wenn der Mensch imoffnen Bewusstsein Nein! sagt, während alle seine Sinneund Nerven Ja! sagen und jede Faser, jede Zelle opponirt.
Wie stark die ethische Kraft der Stoiker war, zeigtsich darin, dass sie ihr Princip zu Gunsten der Willens-freiheit durchbrachen.
3 -
In der Politik anticipirt oft der Staatsmann das Thunseines Gegners und thut die Thät vorher: „wenn ich sienicht thue, thut er sie“. Eine Art Nothwehr als poli-tischer Grundsatz. Standpunkt des Kriegs.
4 -
Auch das Moralische hat keine andern Quellen alsden Intellect, aber die verbindende Bilderkette wirkt hieranders als bei dem Künstler und Denker: sie reizt zurThat. Ganz gewiss ist das Empfinden des Ähnlichen,das Identificiren nothwendige Voraussetzung. SodannErinnerung an eignen Schmerz. Gut sein heisst also: sehrleicht identificiren und sehr schnell. Es ist also eineVerwandlung, ähnlich wie bei dem Schauspieler.
Alle Rechtschaffenheit und alles Recht dagegenkommt aus einem Gleichgewicht der Egoismen: