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Es giebt keine aparte Philosophie, getrennt von derWissenschaft: dort wie hier wird gleich gedacht. Dassein unbeweisbares Philosophiren noch einen Werthhat, mehr als meistens ein wissenschaftlicher Satz, hatseinen Grund in dem ästhetischen Werthe einer solchenWeltconstruction (alias Philosophie) das heisst in ihrerSchönheit und Erhabenheit. Es ist als Kunstwerk nochvorhanden, wenn es sich als wissenschaftlicher Bau nichterweisen kann. Ist das aber bei wissenschaftlichen Dingennicht ebenso? — Mit andern Worten: es entscheidet nichtder reine Erkenntnisstrieb, sondern der ästhetische:die wenig erwiesene Philosophie des Heraklit hat einengrösseren Kunstwerth als alle Sätze des Aristoteles. DerErkenntnisstrieb wird also gebändigt durch die Phantasiein der Cultur eines Volkes. Dabei ist der Philosoph vomhöchsten Wahrheitspathos erfüllt: der Werth seinerErkenntniss verbürgt ihm ihre Wahrheit. Alle Frucht-barkeit und alle treibende Kraft liegt in diesen voraus-geworfnen Blicken.
io.
Das philosophische Denken ist specifisch gleichartigmit dem wissenschaftlichen, aber bezieht sich auf grosseDinge und Angelegenheiten. Der Begriff der Grösseist aber ein wandelbarer, theils ästhetisch, theils mo-ralisch.
Für die Wissenschaft giebt es kein Gross und Klein •—aber für die Philosophie! An jenem Satze misst sich derMensch der Wissenschaft.
Wenn aber die Metaphysik beseitigt ist, dann wirdallmählich der Menschheit manches andere wieder gross