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auf Goethe einen so beruhigenden Eindruck machte,hat nur noch als ästhetisches Ausdrucksmittel ein Recht.Überwindung des Wissens durch mythenbildende Kräfte.Innerste Verwandtschaft der Philosophen und Reli-gionsstifter!
Die Schöpfung einer Religion würde darin liegen,dass einer für sein in das Vacuum hineingestelltesmythisches Gebäude Glauben erweckt, das heisst: dasser einem ausserordentlichen Bedürfnisse entspricht. Esist unwahrscheinlich, dass das je wieder geschieht, seitder Kritik der reinen Vernunft. Dagegen kann ich mireine ganz neue Art des Philosophen-Künstlers ima-giniren, der ein Kunstwerk hinein in die Lücke stellt,mit ästhetischem Werthe.
Wie verhält sich der philosophische Genius zur Kunst?Aus dem directen Verhalten ist wenig zu lernen. Wir müssenfragen: was ist an seiner Philosophie Kunst? Kunstwerk?Was bleibt, wenn sein System als Wissenschaft vernichtetist? Gerade dieses Bleibende aber muss es sein, was denWissenstrieb bändigt, also das Künstlerische daran.Warum ist eine solche Bändigung nöthig? Denn wissen-schaftlich betrachtet ist es eine Illusion, eine Unwahrheit,die den Trieb nach Erkenntniss täuscht und nur vor-läufig befriedigt. Der Werth der Philosophie in dieserBändigung liegt nicht in der Erkenntnisssphäre, sondernin der Lebenssphäre: der Wille zum Dasein benutztdie Philosophie zum Zwecke einer höheren Daseinsform.
Es ist nicht möglich, dass Kunst und Philosophiesich gegen den Willen richten könnten: aber ebenfallsdie Moral ist in seinem Dienste. Allherrschaft des Willens.Eine der zartesten Daseinsformen das relative Nirwana.