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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
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schäften an sich gehn uns nichts an, aber insofern sieauf uns wirken.

Nun ist zu fragen: wie entstand ein solches messen-des Wesen? Die Pflanze ist auch ein messendesWesen.

Für die Pflanze ist die Welt so und so für unsso und so. Vergleichen wir die beiden Perceptionskräfte,so gilt uns unsere Auffassung der Welt als richtiger,das heisst der Wahrheit entsprechender. Nun hat sichder Mensch langsam entwickelt, und die Erkenntniss ent-wickelt sich noch: also das Weltbild wird immer wahrerund vollständiger. Natürlich ist es nur eine Wieder-spiegelung, eine immer deutlichere. Der Spiegel selbstist aber nichts ganz Fremdes und dem Wesen der DingeUngehöriges, sondern selbst langsam entstanden alsMesser der Dinge. Wir sehen ein Streben, den Spiegelimmer adäquater zu machen: den natürlichen Process setztdie Wissenschaft fort. So spiegeln sich die Dinge immerreiner: allmähliche Befreiung vom allzu Anthropomor-phischen. Für die Pflanze ist die ganze Welt Pflanze,für uns Mensch.

Der Gang der Philosophie: es werden zuerst Menschenals Urheber aller Dinge gedacht allmählich erklärtman sich die Dinge nach Analogie einzelner menschlicherEigenschaften zuletzt langt man bei der Empfin-dung an. Grosse Frage: ist die Empfindung eine Ur-Thatsache aller Materie? Anziehung und Abstossung?

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Wir kennen nur eine Realität die der Gedanken.Wie? wenn das das Wesen der Dinge wäre! Wenn Ge-dächtniss und Empfindung das Material der Dingewären!