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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
Seite
189
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4. Zur Genesis der Erkenntniss.

1.

Alles Erkennen ist ein Wiederspiegeln in ganz be-stimmten Formen, die von vornherein nicht existiren.Die Natur kennt keine Gestalt, keine Grösse, sondernnur für ein Erkennendes treten die Dinge so grossund so klein auf. Das Unendliche in der Natur: siehat keine Grenze, nirgends. Nur für uns giebt es End-liches. Die Zeit ins Unendliche theilbar.

2.

Alles Erkennen ist ein Messen an einem Maassstabe.Ohne einen Maassstab, das heisst ohne jede Beschränkung,giebt es kein Erkennen. Absolute und unbedingte Er-kenntniss ist Erkennenwollen ohne Erkenntniss. So stehtes im Bereiche der intellectuellen Formen ebenso, wiewenn ich nach dem Werthe des Erkennens überhauptfrage: ich muss irgend eine Position nehmen, die höhersteht oder die wenigstens fest ist, um als Maassstab zudienen.

Wir können vom Ding an sich nichts aussagen, weilwir den Standpunkt des Erkennenden, das heisst des )Messenden uns unter den Füssen weggezogen haben, jEine Qualität existirt für uns, das heisst gemessen an |uns. Ziehn wir das Maass weg, was ist dann noch jQualität !

Was die Dinge sind, ist aber nur zu beweisen durchein daneben gestelltes messendes Subject. Ihre Eigen-