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3. Das Unmögliche als Correctiv des Menschen.
1.
Unsre Gewohnheiten werden zu Tugenden durcheine freie Übertragung in’s Reich der Pflicht, das heisstdadurch, dass wir die Unverbrüchlichkeit mit in denBegriff hineinnehmen; das heisst: unsre Gewohnheitenwerden dadurch zu Tugenden, dass wir das eigne Wohlfür geringer halten als ihre Unverbrüchlichkeit — somitdurch eine Aufopferung des Individuums oder wenigstensdurch die vorschwebende Möglichkeit einer solchen Auf-opferung. — Dort wo das Individuum sich gering zuachten anfängt, beginnt das Reich der Tugenden und derKünste —• unsre metaphysische Welt. Besonders reinwäre die Pflicht, wenn im Wesen der Dinge demMoralischen nichts entspräche.
2.
Am Unmöglichen pflanzt sich die Menschheit fort,das sind ihre Tugenden — der kategorische Imperativ,wie die Forderung „Kindlein liebet euch“ sind solcheUnmöglichkeitsforderungen. So ist die reine Logik dasUnmögliche, an dem sich die Wissenschaft erhält.
Der Mensch ist nicht aus diesen höchsten Triebenheraus gewachsen, sein ganzes Wesen zeigt eine laxereMoral, er springt über sein Wesen mit der reinstenMoral hinaus.