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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
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155
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g. Gedanken zum fünften Haupttheil:

Vergleichung der älteren Philosophen mitSokrates und den Sectenphilosophen.

i.

In der ganzen Welt herrscht die Allmählichkeit,bei den Griechen geht es schnell vorwärts, aber auchfurchtbar schnell abwärts. Als der hellenische Geniusseine höchsten Typen erschöpft hatte, da sank der Griecheauf das geschwindeste. Es musste nur einmal eine Unter-brechung eintreten und die grosse Lebensform nichtmehr ausgefüllt werden: sofort war es vorbei; geradewie bei der Tragödie. Ein einziger mächtiger Querkopfwie Sokrates da war der Riss unheilbar. In ihmvollstreckt sich die Selbstzerstörung der Griechen. Ichglaube, es macht, dass er der Sohn eines Bildhauers war.Wenn einmal diese bildenden Künste reden würden, siewürden uns oberflächlich erscheinen; in Sokrates, demSohne eines Bildhauers, kam ihre Oberflächlichkeit heraus.

2 .

Die ältere griechische Philosophie ist die Philosophievon lauter Staatsmännern. Wie elend steht es mitunsern Staatsmännern! Das unterscheidet übrigens dieVorsokratiker und die Nachsokratiker am meisten.

Bei ihnen hat man nichtdie garstige Prätentionauf Glück, wie von Sokrates ab. Es dreht sich dochnicht alles um den Zustand ihrer Seele: denn über dendenkt man nicht ohne Gefahr nach. Später wurde dasErkenne dich selbst des Apollo missverstanden.

Auch schwätzten und schimpften sie nicht so,und schrieben sie nicht. Das geschwächte Griechen-thum romanisirt, vergröbert, decorativ geworden, dann als