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g. Gedanken zum fünften Haupttheil:
Vergleichung der älteren Philosophen mitSokrates und den Sectenphilosophen.
i.
In der ganzen Welt herrscht die Allmählichkeit,bei den Griechen geht es schnell vorwärts, aber auchfurchtbar schnell abwärts. Als der hellenische Geniusseine höchsten Typen erschöpft hatte, da sank der Griecheauf das geschwindeste. Es musste nur einmal eine Unter-brechung eintreten und die grosse Lebensform nichtmehr ausgefüllt werden: sofort war es vorbei; geradewie bei der Tragödie. Ein einziger mächtiger Querkopfwie Sokrates — da war der Riss unheilbar. In ihmvollstreckt sich die Selbstzerstörung der Griechen. Ichglaube, es macht, dass er der Sohn eines Bildhauers war.Wenn einmal diese bildenden Künste reden würden, siewürden uns oberflächlich erscheinen; in Sokrates, demSohne eines Bildhauers, kam ihre Oberflächlichkeit heraus.
2 .
Die ältere griechische Philosophie ist die Philosophievon lauter Staatsmännern. Wie elend steht es mitunsern Staatsmännern! Das unterscheidet übrigens dieVorsokratiker und die Nachsokratiker am meisten.
Bei ihnen hat man nicht „die garstige Prätentionauf Glück“, wie von Sokrates ab. Es dreht sich dochnicht alles um den Zustand ihrer Seele: denn über dendenkt man nicht ohne Gefahr nach. Später wurde das„Erkenne dich selbst“ des Apollo missverstanden.
Auch schwätzten und schimpften sie nicht so,und schrieben sie nicht. Das geschwächte Griechen-thum romanisirt, vergröbert, decorativ geworden, dann als