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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
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Die centralisirenden Tendenzen, durch die Perser-kriege entstanden: ihrer haben sich Sparta und Athenbemächtigt. Dagegen war 776560 davon nichts da:die Cultur des Polis blühte; ich meine, ohne Perserkriegehätte man die Centralisationsidee durch eine Refor-mation der Geister bekommen. Pythagoras?

Auf die Einheit der Feste und des Cultus kam esdamals an: hier hätte auch die Reform begonnen. DerGedanke einer panhellenischen Tragödie dawäre noch eine unendlich reichere Kraft entwickeltworden. Warum kam es nicht dazu? Nachdem Korinth,Sikyon und Athen diese Kunst entwickelt hatten.

Es ist eine schöne Wahrheit, dass einem, dem Besser-werden oder Erkennen Lebensziele geworden sind, alleDinge zum Besten dienen. Aber doch nur beschränktwahr: ein Erkennen-wollender, zu ermüdendster Arbeitgezwungen, ein Besser werdender durch Krankheiten ent-nervt und zerrüttet! Im ganzen mag es gelten: die an-scheinende Absichtlichkeit des Schicksals ist die That desEinzelnen, der sein Leben zurechtlegt und aus allem lernt,Erkenntniss saugend wie die Biene Honig. Das Schick-sal aber, welches ein Volk trifft, trifft ein Ganzes, welchesnicht so seine Existenz überdenken und mit Zielen ver-sehen kann; und so ist die Absichtlichkeit bei Völkerneine Erschwindelung von Grübelköpfen: nichts ist leichterals die Nichtabsichtlichkeit zu zeigen, zum Beispiel daran,dass eine Zeit im vollsten Aufblühen plötzlich von einemSchneefall betroffen wird, dass alles stirbt. Es ist darin ganzso dumm wie in der Natur. Bis zu einem Grad setzt wohljedes Volk, selbst unter den ungünstigsten Verhältnissen,etwas durch, was an seine Begabung erinnert. Aber damites sein Bestes leisten könne, dürfen einige Zufälle nichteintreten. Die Griechen haben ihr Bestes nicht geleistet.