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misslang, blieb nur noch Sokrates übrig. So ist die Feind-schaft des Aristoteles gegen Empedokles sehr begreiflich.Empedokles: Freiheit, Umänderung des Lebens, volks-thümliche Reform, Versuch mit Flülfe der grossen helleni-schen Feste. Die Tragödie war ebenfalls ein Mittel. Pindar.
Sie haben ihren Philosophen und Reformator nichtgefunden, man vergleiche Plato: der ist durch Sokratesabgelenkt. Versuch einer Charakteristik Plato’s ohneSokrates: Tragödie, tiefe Auffassung der Liebe, reineNatur, keine fanatische Abkehr. Offenbar waren dieGriechen im Begriff, einen noch höheren Typusdes Menschen zu finden, als die früheren waren; daschnitt die Scheere dazwischen. Es bleibt beim tra-gischen Zeitalter der Griechen.
Ich glaube nicht mehr an die „naturgemässe Ent-wicklung“ der Griechen: sie waren viel zu begabt, umin jener schrittweisen Manier allmählich zu sein, wie esder Stein und die Dummheit sind. Die Perserkriege sinddas nationale Unglück: der Erfolg war zu gross, alleschlimmen Triebe brachen heraus, das tyrannische Gelüst,ganz Fl eilas zu beherrschen, wandelte einzelne Männerund einzelne Städte an. Mit der Flerrschaft von Athen(auf geistigem Gebiete) sind eine Menge Kräfte erdrücktworden ; man denke nur, wie unproductiv Athen für Philo-sophie lange Zeit war. Pindar wäre als Athener nichtmöglich gewesen: Simonides zeigt es. Und Empedokleswäre es auch nicht, Heraklit nicht. Fast alle grossenMusiker kommen von aussen. Die athenische Tragödieist nicht die höchste Form, die man denken könnte. DenFlelden derselben fehlt doch das Pindarische gar zu sehr.Überhaupt: wie grässlich war es, dass der Kampf geradezwischen Sparta und Athen ausbrechen musste — daskann gar nicht tief genug betrachtet werden.