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aufgeben. Nun wissen wir, dass Thaies die Gründungeiner Eidgenossenschaft von Städten vorschlug, aber nichtdurchsetzte: er scheiterte an dem alten mythischen Polis-begriff. Zugleich ahnte er die ungeheure Gefahr Griechen-lands, wenn diese isolirende Macht des Mythus die Städtegetrennt hielt. In der That: hätte Thaies seine Eidgenossen-schaft zu Stande gebracht, so wäre Griechenland vomPerserkriege verschont geblieben, und damit auch vomAthener-Siege und Übergewicht. Um die Veränderungdes Polisbegriffs und die Schaffung einer panhellenischenGesinnung bemühen sich alle älteren Philosophen. Anaxi-mander als Koloniengründer. Heraklit scheint sogardie Schranke zwischen Barbarisch und Hellenisch nieder-gerissen zu haben, um grössere Freiheit zu schaffen unddie engen Anschauungen vorwärts zu bringen.
8. Entwürfe zum vierten Haupttheil:
Die Philosophen im Verlauf der hellenischenGeschichte als misslungene Reformatoren.
Man kann diese älteren Philosophen darstellen alssolche, die die griechische Luft und Sitte als Bann undSchranke fühlen: also Selbstbefreier. Kampf des Hera-klit gegen Homer und Hesiod, Pythagoras gegen die Ver-weltlichung, alle gegen den Mythus, besonders Demokrit.Sie haben eine Lücke in ihrer Natur gegenüber dem grie-chischen Künstler und wohl auch dem Staatsmann.
Ich fasse sie wie die Vorläufer einer Reformationder Griechen, aber nicht der des Sokrates. Vielmehr kamihre Reformation nicht, bei Pythagoras blieb es sectenhaft.Eine Gruppe von Erscheinungen tragen alle diesen Refor-mations-Geist; die Entwicklung der Tragödie. Der miss-lungene Reformator ist Empedokles; als es ihm