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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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Es hängt so viel von der Entwicklung der griechi-schen Cultur ab, da unsere ganze abendländische Weltdaher ihre Antriebe bekommen hat: das Verhängnisswollte, dass das jüngere und entartete Griechenland ammeisten historische Kraft gezeigt hat. Darüber ist dasältere Griechenthum immer falsch beurtheilt worden.Das jüngere muss man genau kennen, um es von demälteren zu unterscheiden. Es giebt noch sehr vieleMöglichkeiten, die noch gar nicht entdeckt sind: weildie Griechen sie nicht entdeckt haben. Andere habendie Griechen entdeckt und später wieder verdeckt.

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Die Griechen sind gewiss nie überschätzt worden:denn da müsste man sie doch auch so geschätzt haben,wie sie es verdienen; aber gerade das ist unmöglich.Wie sollten wir ihnen gerecht in der Schätzung seinkönnen! Nur falsch geschätzt haben wir sie.

4. Zum zweiten Abschnitt der Einleitung: Ver-hältniss der Philosophen zu den Nichtphilosophen.

Die höhere sittliche Natur der Hellenen zeigt sichin ihrer Ganzheit und Vereinfachtheit; dadurch dass sieden Menschen vereinfacht zeigen, erfreuen sie uns, wieder Anblick der Thiere.

Das Streben der Philosophen geht dahin, zu ver-stehen, was ihre Mitmenschen nur leben. Währendsie ihr Dasein sich deuten und seine Gefahren verstehen,deuten sie zugleich auch ihrem Volke sein Dasein.

Ein neues Weltbild an Stelle des volksthüm-lichen will der Philosoph setzen.