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ist? Und was ist Hässlichkeit, wenn nicht ihr Missmuthüber sich selbst, ihr Zweifel, ob sie die Kunst zumLeben zu verführen, wirklich noch verstehe?
3. Weitere Gedanken zum ersten Abschnittder Einleitung.
1.
Mehrfach ist bei den Griechen eine ältere Formdie höhere, zum Beispiel beim Dithyrambus und derTragödie. Die Gefahr der Griechen lag im Virtuose n-thum aller Art; mit Sokrates beginnen die Lebens-virtuosen. Sokrates, der neuere Dithyrambus, die neuereTragödie, die Erfindung des Rhetors! Der Rhetor isteine griechische Erfindung der späteren Zeit. Sie haben„die Form an sich“ erfunden (und auch den Philosophendazu). Wie ist der Kampf Plato’s gegen die Rhetorikzu verstehen? Er beneidet ihren Einfluss.
Das ältere Griechenthum hat seine Kraft in derReihe von Philosophen offenbart. Mit Sokratesbricht diese Offenbarung ab: er versucht sich selbst zuerzeugen und alle Tradition abzuweisen.
Meine allgemeine Aufgabe: zu zeigen, wie Leben,Philosophie und Kunst ein tieferes und verwandtschaft-liches Verhältniss zu einander haben können, ohne dassdie Philosophie flach ist und das Leben des Philosophenlügenhaft wird.
Herrlich ist, dass die alten Philosophen so freileben konnten, ohne dabei zu Narren und Virtuosen zuwerden. Die Freiheit des Individuums war unermess-lich gross.
Der falsche Gegensatz von vita practica und contem-plativa ist asiatisch. Die Griechen verstanden es besser.