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Strömungen. Es ist merkwürdig zu sehen, wie alles all-mählich in dieselbe Bahn einmündet. Er hasste alle vor-läufigen Ausfüllungen dieser Kluft. Und deshalbhasste er die naiven Vertreter der Bildung und Wissen-schaft, die Sophisten: wenn die Einbildung der Weisheitgleich einem Wahnsinn ist, so sind die Lehrer einersolchen eingebildeten Weisheit gleichsam Wahnsinnig-machende. Im Kampf mit ihnen war er am unermüd-lichsten. Hier hatte er die volle griechische Bildunggegen sich: höchst merkwürdig, wie er ihr gegenüberdoch nie den Eindruck eines Pedanten macht. SeineMittel sind einmal die Ironie in der Rolle eines Lernendenund Fragenden, ein allmählich kunstvoll ausgebildetesKunstmittel. Dann die indirecte, mit Umschweifen ver-bundene Weise, mit dramatischem Interesse, dann einehöchst einnehmende Stimme, endlich das Excentrischeseiner silenischen Physiognomie. Selbst seine Ausdruc.ks-weise hatte einen Beigeschmack des anreizend Hässlichenund Plebejischen. Wo ihm eine Disposition entgegenkam,da entstand eine wahre Bezauberung, ein Gefühl, als obman ein Sklave sei, äusserste Beschämung, und dann,als Folge, ein Schwangersein von guten Gedanken. DieHebammenkunst, bei dem Gebären zu unterstützen undden Ankömmling genau zu prüfen und ihn, wenn erverkrüppelt ist, mit der Härte einer ly kurgischen Ammewegzuwerfen.
Dagegen hatte sich eine ungeheure Feindschaft all-mählich angehäuft: zahlreiche persönliche Feinde, Väter,die ihrer Söhne-wegen unwillig waren, und viele Ver-läumdungen. Die erstaunliche Liberalität Athens undseiner Demokratie, eine solche Mission so lange zudulden! Freiheit der Rede wurde dort heilig gehalten.Die Untersuchung und der Tod des Sokrates beweist