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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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halb können wir, die wir auf der andern Seite wohnen,die Strahlen des Centralfeuers nicht unmittelbar, sondernerst mittelbar durch die Sonne wahrnehmen. Die Gestaltder Erde dachten sich die Pythagoreer kugelförmig.Höchst bedeutende astronomische Fortschritte: währendfrüher die Ruhe des Erdkörpers vorausgesetzt wurde, undder Wechsel der Tageszeiten von der Bewegung derSonne hergeleitet wurde, haben wir hier den Versuch,ihn aus der Bewegung der Erde zu erklären. Gab mannur das Centralfeuer auf, verschmolz man die Gegenerdemit der Erde, so wurde die Erde um ihre eigne Axebewegt. Copernikus soll seine Grundgedanken geradezuhierher geholt haben.

Eine Folge der Bewegung der Gestirne ist die Lehrevon der Sphärenharmonie. Jeder schnell bewegteKörper erzeugt einen Ton. Die Gestirne bilden zusammeneine Octave oder, was dasselbe ist, eine Harmonie. Alsonicht Harmonien in unserem Sinn, sondern die gestimmteSaite des alten Heptachords. Vielmehr giebt es doch,wenn alle Töne der Octave zugleich erklingen, keineHarmonie. Dass wir sie nicht hören, erklärten sie so:es ergehe uns wie den Bewohnern einer Schmiede, wirhörten das gleiche Geräusch von Geburt an, wir kommennie dazu, sein Vorhandensein am Gegensatz der Stille zubemerken. Was die Augen in der Beobachtung derSterne sehen, das hören die Ohren im Einklänge derTöne. Das Feuer des Umkreises hatte die Aufgabedie Welt zusammenzuhalten: deshalb nannten sie es dieAnanke. Boeckh hat bewiesen, dass sie die Milchstrassemeinten. Jenseits des Feuerkreises liegt das Unbegrenzte.Archytas hatte gefragt, ob man am Rande der Welt denArm oder einen Stab ausstrecken könne: wenn man esaber könne, so müsse es ausserhalb etwas geben. Ein