DIE PYTHAGOREER.
(Nach dem Collegienheft über „die vorplatonischen Philosophen“.)
Die Philosophie der Pythagoreer ist, nach AristotelesAnordnung, am Schluss aller bisherigen und vor derplatonischen Ideenlehre zu besprechen. Die Metaphysikdes Aristoteles beweist die ausserordentlich mannich-faltige Entwicklung ihrer Grundgedanken und ihre Kraft,jedes neue System zu beeinflussen. Dabei ist ihre Ent-stehung vielleicht etwas älter als die Atomistik: genugdass weder Empedokles noch die Atomistik von ihretwas wissen können.
Um die Grundprincipien zu verstehn, muss man ein-mal vom Eleatismus ausgehn. Wie ist eine Vielheit mög-lich? Nur dadurch, dass auch das Nichtseiende ein Seinhabe. Das Nichtseiende setzten sie nun dem Unbestimm-ten des Anaximander gleich: das absolut Unbestimmte,das was gar keine Qualitäten hat: dem steht entgegen dasabsolut Bestimmte. Aus ihnen aber besteht die Eins,das heisst: von ihr kann man aussagen, sie sei geradeund ungerade, begrenzt und unbegrenzt, ohne Qualitätenund mit Qualitäten. Also gegen den Eleatismus sagtensie: wenn das Eine seiend ist, so ist es jedenfalls aus zweiPrincipien geworden: dann aber giebt es auch eine Viel-heit: aus der Einheit erzeugt sich die Reihe der arith-
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