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denkt man sich den Hass allein thätig, so ist, nacheiner absoluten Trennung, wieder alles in Ruhe. Beidemüssen also mit einander kämpfen: hier berührt er sichmit Heraklit’s Verherrlichung des Streites als des Vaters. der Dinge. Denkt man sich aber ihre Kräfte gleich undgleichzeitig thätig, so entsteht wieder keine Bewegung:also müssen Perioden des Übergewichts wechseln. ImSphairos herrscht ursprünglich Harmonie und Ruhe: dannbegann der Hass sich zu regen: alles fliesst auseinander;jetzt tritt die Liebe hinzu: es bildet sich ein Wirbel, inwelchem die Elemente sich mischten und die einzelnenNaturwesen hervorbrachten. Allmählich nimmt der Hassab und lässt der Liebe die Oberhand u. s. w.
Nun ist dabei vielerlei nicht klar: ist das Ähnlicheeine Folge der Liebe, oder tritt die Liebe ein an demÄhnlichen? Woher aber stammt dann das Ähnliche?Offenbar sind Keime einer rein materialistisch-atomistischenBetrachtung in Empedokles: hierher gehört die Theorievon den zufälligen Bildungen, das heisst allen mög-lichen unsinnigen Verbindungen der Elemente, von deneneinige zweckmässig und lebensfähig sind.. Weil die Kräfteder Liebe und des Hasses nicht gemessen werden können,erklärt im Grunde Empedokles gar nichts: man weissnicht, welche von den beiden Kräften und um wieviel sie mächtiger ist. Überhaupt ist zwischen den ver-schiedenen Grundconceptionen des Empedokles keinerechte Eintracht: die Vielheit der Dinge wird ebensowohlauf die Liebe als den Hass zurückgeführt. Der Pessimis-mus gehört entschieden zu der Betrachtung, dass dieErde nur der Schauplatz des Hasses ist. Die Vorstellungeines paradiesischen Zeitalters der Menschheit passt nichtdazu, noch überhaupt zu seiner Kosmogonie. Ganz un-bestimmt ist das Reich des Zufalls. Die Lehre von den