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er nicht weniger glaubt als an die der Menschen. Erselbst fühlt sich als ein verbannter Gott: er seufzt darüber,aus welchem Gipfel der Ehre und des Glücks er herab-gefallen sei: „ich weinte und wehklagte, als ich den un-wohnten Ort sah.“ Er verflucht den Tag, an dem ermit den Lippen die blutige Mahlzeit berührte: dies scheintseine Frevelthat, seine Besudelung durch Mord zu sein.Er schildert die Leiden jener Urfrevler: der Zorn desÄthers treibt sie in’s Meer, an’s Land wieder speit siedas Meer; das Land stösst sie zu den Flammen der Sonnehinauf und diese wieder zum Äther: so fängt der einevom andern sie auf, aber jeder hasst sie. Endlich scheinensie zu Sterblichen zu werden: „O du elendes, ganz un-seliges Geschlecht der Sterblichen, aus welcher Zwietracht,aus welchen Wehklagen seid ihr entstanden!“ Die Sterb-lichen scheinen ihm demnach gefallene und bestrafteGötter zu sein. Die Erde ist eine finstere Höhle, dieWiese des Unheils: hier wohnen Mord, Groll und andereKeren, Krankheiten, Fäulniss. Als Mensch selbst aberhat man schwache Kräfte in d$n Gliedern: viel Unheildroht und macht stumpf. Einen kleinen Theil eines nichtzu lebenden Lebens durchkämpft man; dann rafft sie einfrühes Geschick dahin und zerstreut sie wie Rauch. Nurdas, worauf sie gerade stossen, halten sie für wahr; jederaber rühmt sich, das Ganze gefunden zu haben, eitlerWeise: das aber ist für Menschen nicht zu sehen und zuhören und nicht mit den Sinnen zu erfassen. Diese Un-wissenheit schildert Empedokles aufs heftigste.
In dieser Welt der Zwietracht, der Leiden, der Gegen-sätze findet er nun ein Princip, welches eine ganz andreWeltordnung ihm verbürgt: er findet die Aphrodite;jeder kennt sie, aber niemand als kosmisches Princip.Das Geschlechtsleben ist ihm das Beste und Edelste, der
Nietzsche, Werke (II. Abtheilung) Band X.
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