EMPEDOKLES.
i.
(Entwürfe zur Fortsetzung der „Philosophie im tragischen Zeitalter der
Griechen“.)
Dass diese gesammte Auffassung der anaxagorischenLehre richtig sein muss, beweist am deutlichsten die Art,wie die Nachfolger des Anaxagoras, der AgrigentinerEmpedokles und die Atomenlehre Demokrit’s in ihrenGegensystemen thatsächlich dieselbe kritisirten und ver-besserten. Die Methode dieser Kritik ist vor allem diefortgesetzte Entsagung in jenem erwähnten naturwissen-schaftlichen Geiste, das Gesetz der Sparsamkeit, auf dieNaturerklärung angewendet. Die Hypothese, die mitdem kleinsten Aufwande von Voraussetzungen und Mittelndie vorhandene Welt erklärt, soll den Vorzug haben:denn in ihr ist das wenigste Belieben, und das freie Spielmit Möglichkeiten untersagt. Sollte es zwei Hypothesengeben, die beide die Welt erklären, so ist streng zu prüfen,welche von beiden jener Forderung der Sparsamkeit ammeisten genügt. Wer mit den einfacheren und bekannterenKräften, vor allem den mechanischen, bei jener Erklärungauskommen kann, wer aus möglichst wenigen Kräftenden vorhandenen Bau der Welt ableitet, wird immer dem-