7 «
Rücksicht darauf, dass sie die unter sich gleichartigenTheile eines mit seinen Theilen gleichartigen Ganzensind. Man würde aber sehr irren, jenes ursprünglicheDurcheinander aller solchen Punkte, solcher „Samen-körner der Dinge“ dem einen Urstoffe des Anaximandergleichzusetzen; denn letzterer, das „Unbestimmte“ genannt,ist eine durchaus einheitliche und einartige Masse, ersteresein Aggregat von Stoffen. Zwar kann man vondiesem Aggregat von Stoffen dasselbe aussagen, wievon dem Unbestimmten des Anaximander: wie dies Ari-stoteles thut; es konnte weder weiss noch grau, nochschwarz, noch sonstwie gefärbt sein, es war geschmack-los, geruchlos und als Ganzes überhaupt weder quantitativ,noch qualitativ bestimmt:' soweit reicht die Gleichheitdes anaximandrischen Unbestimmten und der anaxago-rischen TJrmischung. Abgesehen aber von dieser nega-tiven Gleichheit unterscheiden sie sich positiv dadurch,dass die letztere zusammengesetzt, das erstere eine Ein-heit ist. Anaxagoras hatte wenigstens durch die An-nahme seines Chaos so viel vor Anaximander voraus, dasser nicht nöthig hatte, das Viele aus dem Einen, dasWerdende aus dem Seienden abzuleiten.
Freilich musste er bei seiner Allmischung der Sameneine Ausnahme zulassen: der Nous war damals nichtund ist überhaupt auch jetzt keinem Dinge beigemischt.Denn wenn er nur einem Seienden beigemischt wäre,so müsste er dann, in unendlichen Zertheilungen, in allenDingen wohnen. Diese Ausnahme ist logisch höchst be-denklich, zumal bei der früher geschilderten materiellenNatur des Nous, sie hat etwas Mythologisches und scheintwillkürlich, war aber, nach den anaxagorischen Prä-missen, eine strenge Noth Wendigkeit. Der Geist, übrigenstheilbar in’s Unendliche wie jeder andre Stoff, nur nicht