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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
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keine gültige Behauptung aufstellen, also keine Er-kenntnistheorie und keinetransscendentale Unter-suchung von objectiver Gültigkeit zu Stande bringenkönnen. Nun steht es aber ausser Zweifel, dass unsunsre Vorstellungen selbst als successiv erscheinen.

Die Betrachtung dieser zweifellos sicheren Successionund Bewegtheit hat nun Anaxagoras zu einer denk-würdigen Hypothese gedrängt. Ersichtlich bewegten dieVorstellungen sich selbst, wurden nicht geschoben undhatten keine Ursache der Bewegung ausser sich. Alsogiebt es etwas, sagte er sich, was den Ursprung undden Anfang der Bewegung in sich selbst trägt; zweitensaber beobachtet er, dass diese Vorstellung nicht nur sichselbst, sondern auch noch etwas ganz Verschiednes be-wege, den Leib. Er entdeckte also, in der unmittelbarstenErfahrung, eine Wirkung von Vorstellungen auf ausge-dehnte Materie, die sich als Bewegung der letzteren zuerkennen giebt. Das galt ihm als Thatsache; erst nebenbeireizte es ihn, diese Thatsache auch zu erklären. Genug,er hatte ein regulatives Schema für die Bewegung in derWelt, die er jetzt entweder als eine Bewegung der wahren,isolirten Wesenheiten durch das Vorstellende, den Nous,oder als Bewegung durch bereits Bewegtes dachte. Dassdie letztere Art, die mechanische Übertragung von Be-wegungen und Stössen, bei seiner Grundannahme ebenfallsein Problem in sich enthalte, ist ihm wahrscheinlich ent-gangen: die Gemeinheit und Alltäglichkeit der Wirkungdurch Stoss stumpfte wohl seinen Blick gegen dieRäthselhaftigheit desselben ab. Dagegen empfand errecht wohl die problematische, ja widerspruchsvolle Natureiner Wirkung von Vorstellungen auf an sich seiendeSubstanzen und suchte deshalb auch diese Wirkung aufein mechanisches, ihm als erklärlich geltendes Schieben