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Heilung giebt. Offenbar haben jene Gegner kein sicheresBewusstsein von der furchtbaren Kraft jener eleatischenGedanken „es kann keine Zeit, keine Bewegung, keinenRaum geben, denn diese alle können wir uns nur un-endlich denken, und zwar einmal unendlich gross,sodann unendlich theilbar; alles Unendliche aber hat keinSein, existirt nicht“, was niemand bezweifelt, der denSinn des Wortes „Sein“ streng fasst und der die Existenzvon etwas Widerspruchsvollem, zum Beispiel von einerabsolvirten Unendlichkeit, für unmöglich hält. Wennaber gerade die Wirklichkeit uns alles nur unter derForm der vollendeten Unendlichkeit zeigt, so fällt es indie Augen, dass sie sich selbst widerspricht, also keinewahre Realität hat. Wenn jene Gegner aber einw'endenwollten: „aber in eurem Denken selbst giebt es dochSuccession, also könnte auch euer Denken nicht real seinund somit auch nichts beweisen können“, so würdeParmenides vielleicht ähnlich wie Kant in éinem ähnlichenFalle, bei einem gleichen Vorwurfe, geantwortet haben:„ich kann zwar sagen, meine Vorstellungen folgen ein-ander: aber das heisst nur: wir sind uns ihrer als ineiner. Zeitfolge, das heisst nach der Form des innerenSinnes, bewusst. Die Zeit ist deshalb nicht etwas an sich,auch keine den Dingen objectiv anhängende Bestimmung.“Es wäre also zwischen dem reinen Denken, das zeitloswäre, wie das eine parmenideische Sein, und dem Be-wusstsein von diesem Denken zu unterscheiden, undletzteres übersetzte bereits das Denken in die Form desScheins, also der Succession, der Vielheit und der Be-wegung. Es ist wahrscheinlich, dass sich Parmenidesdieses Auswegs bedient haben würde: übrigens müsstedann gegen ihn dasselbe eingewendet werden, wasA. Spir (Denken und Wirklichkeit 2. Aufl. Band I