sein, das heisst über die objective Realität und ihr Gegen-theil, besitzen: jene Begriffe sollen sich nicht an derWirklichkeit bewähren und corrigiren, wie sie dochaus ihr thatsächlich abgeleitet sind, sondern sollen imGegentheil die Wirklichkeit messen und richten, und, imFalle eines Widerspruchs mit dem Logischen, sogar ver-dammen. Um ihnen diese richterlichen Befugnisse ein-räumen zu können, musste Parmenides ihnen dasselbeSein zuschreiben, das er überhaupt allein als Sein geltenliess: Denken und jener eine, ungewordene vollkommneBall des Seienden waren jetzt nicht mehr als zwei ver-schiedne Arten des Seins zu fassen, da es keine Zwei-heit des'Seins geben durfte. So war der überverwegeneEinfall nothwendig geworden, Denken und Sein für iden-tisch zu erklären; keine Form der Anschaulichkeit, keinSymbol, kein Gleichniss konnte hier zu Hülfe kommen;der Einfall war völlig unvorstellbar, aber er warnothwendig, ja, er feierte in dem Mangel an jeder Ver-sinnlichungs-Möglichkeit den höchsten Triumph über dieWelt und die Forderungen der Sinne. Das Denken undjenes knollig-kugelrunde, durch und durch todt-massiveund starr-unbewegliche Sein müssen, nach dem parmeni-deischen Imperativ, zum Schrecken aller Phantasie, ineins zusammenfallen und ganz und gar dasselbe sein.Mag diese Identität den Sinnen widersprechen! Geradedies ist die Bürgschaft, dass sie nicht von den Sinnenentlehnt ist.
U-
Übrigens liess sich gegen Parmenides auch einkräftiges Paar von argumenta ad hominem oder exconcessis vorführen, durch welche zwar nicht die Wahr-