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denken konnte, erschloss er, dass es existiren müsse: einSchluss, der auf der Voraussetzung beruht, dass wir einOrgan der Erkenntniss haben, das in’s Wesen der Dingereicht und unabhängig von der Erfahrung ist. Der Stoffunseres Denkens ist nach Parmenides gar nicht in derAnschauung vorhanden, sondern wird anderswoher hinzu-gebracht, aus einer aussersinnlichen Welt, zu der wirdurch das Denken einen directen Zugang haben. Nunhat Aristoteles gegen alle ähnlichen Schlussverfahren be-reits geltend gemacht, dass die Existenz nie zur Essenz,das Dasein nie zum Wesen des Dinges gehöre. Geradedeshalb ist aus dem Begriffe „Sein“ — dessen essentiaeben nur das Sein ist — gar nicht auf eine existentiades Seins zu schliessen. Die logische Wahrheit jenesGegensatzes „Sein“ und „Nichtsein“ ist vollkommen leer,wenn nicht der zu Grunde liegende Gegenstand, wennnicht die Anschauung gegeben werden kann, aus derdieser Gegensatz, durch Abstraction, abgeleitet ist; sieist, ohne dies Zurückgehn auf die Anschauung, nur einSpiel mit Vorstellungen, durch das in der That garnichts erkannt wird. Denn das bloss logische Kriteriumder Wahrheit, wie Kant lehrt, nämlich die Überein-stimmung einer Erkenntniss mit den allgemeinen undformalen Gesetzen des Verstandes und der Vernunft,ist zwar die conditio sine qua non, mithin die negativeBedingung aller Wahrheit: weiter aber kann die Logiknicht gehen, und den Irrthum, der nicht die Form,sondern den Inhalt betrifft, kann die Logik durchkeinen Probirstein entdecken. Sobald man aber den In-halt für die logische Wahrheit des Gegensatzes „das wasist, ist; das was nicht ist, ist nicht“ sucht, so findet manin der That keine einzige Wirklichkeit, die nach jenemGegensätze streng geartet wäre; ich kann von einem