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Sinneswahrnehmungen, urtheilt Parmenides, geben nurTäuschungen; und ihre Haupttäuschung ist eben, dass sievorspiegeln, auch das Nichtseiende sei, auch das Werdenhabe ein Sein. Alle jene Vielheit und Buntheit der er-fahrungsmässig bekannten Welt, der Wechsel ihrer Quali-täten, die Ordnung in ihrem Auf und Nieder, wird er-barmungslos als ein blosser Schein und Wahn bei Seitegeworfen; von dorther ist nichts zu lernen, also ist jedeMühe verschwendet, die man sich mit dieser erlogenen,durch und durch nichtigen und durch die Sinne gleich-sam erschwindelten Welt giebt. Wer so im ganzenurtheilt, wie dies Parmenides that, hört damit auf, einNaturforscher im einzelnen zu sein; seine Theilnahmefür die Phänomene dorrt ab, es bildet sich selbst einHass, diesen ewigen Trug der Sinne nicht loswerdenzu können. Nur in den verblasstesten, abgezogenstenAllgemeinheiten, in den leeren Plülsen der unbestimm-testen Worte soll jetzt die Wahrheit, wie in einem Ge-häuse aus Spinnefäden, wohnen: und neben einer solchen„Wahrheit“ sitzt nun der Philosoph, ebenfalls blutlos wieeine Abstraction und rings in Formeln eingesponnen.Die Spinne will doch das Blut ihrer Opfer; aber derparmenideische Philosoph hasst gerade das Blut seinerOpfer, das Blut der von ihm geopferten Empirie.
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Und das war ein Grieche, dessen Blüthe ungefährdem Ausbruche der ionischen Revolution gleichzeitig ist.Einem Griechen war es damals möglich, aus der über-reichen Wirklichkeit wie aus einem blossen gaulclerischenSchematismus der Einbildungskräfte zu flüchten — nichtetwa, wie Plato, in das Land der ewigen Ideen, in die