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Abnahme. Überhaupt gilt der Satz: Alles, von demgesagt werden kann „es ist gewesen“ oder „es wirdsein“, ist nicht, vom Seienden aber kann nie gesagtwerden „es ist nicht“. Das Seiende ist untheilbar: dennwo ist die zweite Macht, die es theilen sollte? Es istunbeweglich: denn wohin sollte es sich bewegen? Eskann weder unendlich gross, noch unendlich klein sein:denn es ist vollendet, und eine vollendet gegebene Un-endlichkeit ist ein Widerspruch. So schwebt es, begrenzt,vollendet, unbeweglich, überall im Gleichgewicht, in jedemPunkte gleich vollkommen, wie eine Kugel, aber nichtin einem Raume: denn sonst wäre dieser Raum einzweites Seiendes. Es kann aber nicht mehrere Seiendegeben, denn um sie zu trennen, müsste etwas da sein,das nicht seiend wäre: eine Annahme, die sich selbstaufhebt. So giebt es nur die ewige Einheit.
Wenn jetzt aber Parmenides seinen Blick zurück-wandte zur Welt des Werdens, deren Existenz er früherdurch so sinnreiche Combinationen zu begreifen gesuchthatte, so zürnte er seinem Auge, dass es das Werdenüberhaupt sehe, seinem Ohre, dass es dasselbe höre.„Folgt nur nicht dem blöden Auge, so lautet jetztsein Imperativ, nicht dem schallenden Gehöre oder derZunge, sondern prüft allein mit des Gedankens Kraft!“Damit vollzog er die überaus wichtige, wenn auch nochso unzulängliche und in ihren Folgen verhängnissvolleerste Kritik des Erkenntnissapparats: dadurch, dass er dieSinne und die Befähigung, Abstractionen zu denken, alsodie Vernunft, jäh auseinanderriss; als ob es zwei durchausgetrennte Vermögen seien, hat er den Intellect selbst zer-trümmert und zu jener gänzlich irrthümlichen Scheidungvon „Geist“ und „Körper“ aufgemuntert, die, besondersseit Plato, wie ein Fluch auf der Philosophie liegt. Alle