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Urfriedens, vor die Seele tritt. Im übrigen scheint esmir rein zufällig, dass gerade am gleichen Orte, in Elea,zwei Männer eine Zeit lang zusammen lebten, von denenjeder eine Einheitsconception im Kopfe trug: sie bildenkeine Schule und haben nichts gemeinsam, was etwa dereine von dem andern hätte lernen und dann wiederlehren können. Denn der Ursprung jener Einheitscon-ception ist bei dem einen ein ganz andrer, ja entgegen-gesetzter, als bei dem andern; und wenn einer dieLehre des andern überhaupt kennen gelernt hat, somusste er sie sich, um sie nur zu verstehen, erst in seineeigne Sprache übertragen. Bei dieser Übertragunggieng aber jedenfalls gerade das Specifische der andernLehre verloren. Wenn Parmenides zur Einheit desSeienden rein durch eine vermeintliche logische Con-sequenz kam und sie aus dem Begriff Sein und Nicht-sein herausspann, ist Xenophanes ein religiöser Mystikerund gehört mit jener mystischen Einheit recht eigentlichin das sechste Jahrhundert. War er auch keine so um-wälzende Persönlichkeit wie Pythagoras, so hat er doch,auf seinen Wanderungen, den gleichen Zug und Trieb,die Menschen zu bessern, zu reinigen, zu heilen. Er istder ethische Lehrer, aber noch auf der Stufe des Rhap-soden; in späterer Zeit wäre er ein 'Sophist gewesen. Inder kühnen Nichtbilligung der bestehenden Sitten undSchätzungen hat er in Griechenland nicht seines gleichen;dazu zog er sich keineswegs, wie Heraklit und Plato,in die Einsamkeit zurück, sondern stellte sich eben vorjenes Publicum hin, dessen jauchzende Bewunderung fürHomer, dessen leidenschaftlichen Hang nach den Ehrender gymnastischen Festspiele, dessen Anbetung mensch-lich geformter Steine er mit Zorn und Hohn, und dochnicht als zankender Thersites, geisselte. Die Freiheit des