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Widerstreit das Seiende und das Nichtseiende wiederauseinander — und dann sagt der Mensch: „das Dingvergeht“. —
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Aber niemand vergreift sich ungestraft an so furcht-baren Abstractionen, wie das „Seiende“ und das „Nicht-seiende“ sind; das Blut erstarrt allmählich, wenn man sieberührt. Es gab einen Tag, an dem Parmenides einenseltsamen Einfall hatte, der allen seinen früheren Com-binationen den Werth zu nehmen schien, so dass er Lusthatte, sie wie einen Beutel mit alten abgenutzten Münzenbei Seite zu werfen. Gewöhnlich nimmt man an, dassauch ein äusserer Eindruck, und nicht nur die von innenher treibende Consequenz solcher Begriffe wie „seiend“und „nichtseiend“, bei der Erfindung jenes Tages mitthätig gewesen sei: die Bekanntschaft mit der Theo-logie des alten, viel umher getriebenen Rhapsoden, desSängers einer mystischen Naturvergötterung, des Kolo-phoniers Xenophanes. Ein ausserordentliches Lebenhindurch lebte Xenophanes als wandernder Dichter undwurde durch seine Reisen ein viel belehrter und vielbelehrender Mann, der zu fragen und zu erzählen wusste;weshalb Heraklit ihn unter die Polyhistoren und über-haupt unter die „historischen“ Naturen, in dem erwähntenSinne, rechnete. Woher und wann ihm der mystischeZug in’s Eine und ewig Ruhende gekommen ist, wirdniemand nachrechnen können; vielleicht ist er erst dieConception des endlich sesshaft gewordnen greisenMannes, dem, nach der Bewegtheit seiner Irrfahrten undnach dem rastlosen Lernen und Erforschen, das Höchsteund Grösste in der Vision einer göttlichen Ruhe, in demBeharren aller Dinge innerhalb eines pantheistischen
Nietzsche, Werke (II. Abtheilung) Band X. 4