PARMENIDES.
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Während in jedem Worte Heraklit’s der Stolz unddie Majestät der Wahrheit, "aber der in Intuitionenerfassten, nicht der an der Strickleiter der Logik er-kletterten Wahrheit, sich ausspricht, während er, insibyllenhafter Verzückung, schaut, aber nicht späht, er-kennt, aber nicht rechnet: ist ihm in seinem ZeitgenossenParmenides ein Gegenbild an die Seite gestellt, ebenfallsmit dem Typus eines Propheten der Wahrheit, abergleichsam aus Eis und nicht aus Feuer geformt undkaltes stechendes Licht um sich ausgiessend.
Parmenides hat, wahrscheinlich erst in seinem höherenAlter, einmal einen Moment der allerreinsten, durch jedeWirklichkeit ungetrübten und völlig blutlosen Abstractiongehabt; dieser Moment — ungriechisch wie kein andrerin den zwei Jahrhunderten des tragischen Zeitalters —,dessen Erzeugniss die Lehre vom Sein ist, wurde für seineignes Leben zum Grenzstein, der es in zwei Periodentrennte: zugleich aber zertheilt derselbe Moment das vor-sokratische Denken in zwei Hälften, deren erste dieanaximandrische, deren zweite geradezu die parmeni-deische genannt werden mag. Die erste ältere Periodeim eignen Philosophien des Parmenides trägt ebenfalls