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10 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 2 (1896) Schriften und Entwürfe 1872 bis 1876 : Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen; Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne; Der Philosoph; Die Philosophie in Bedrängniss; Nachträge und Vorarbeiten zu den Unzeitgemässen Betrachtungen; Prometheus; Einzelne Gedanken und Entwürfe
Entstehung
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Stellung in der Natur ein, deren höchste Erscheinungdas Feuer, zum Beispiel als Gestirn, ist, aber nicht dereinfältige Mensch. Hat dieser am Feuer einen Antheildurch die Nothwendigkeit erhalten, so ist er etwas ver-nünftiger; soweit er aus Wasser und Erde besteht, stehtes schlimm mit seiner Vernunft. Eine Verpflichtung,dass er den Logos erkennen müsse, weil er Mensch sei,existirt nicht. Warum giebt es aber Wasser, warumgiebt es Erde? Dies ist für Heraklit ein viel ernsteresProblem, als zu fragen, warum die Menschen so dummund schlecht seien. In dem höchsten und in dem ver-kehrtesten Menschen offenbart sich die gleiche immanenteGesetzmässigkeit und Gerechtigkeit. Wenn man aberHeraklit die Frage vorrücken wollte: warum ist dasFeuer nicht immer Feuer, warum ist es jetzt Wasser,jetzt Erde?, so würde er eben nur antwortenes ist einSpiel, nehmts nicht zu pathetisch, und vor allem nichtmoralisch! Heraklit beschreibt nur die vorhandne Weltund hat an ihr das beschauliche Wohlgefallen, mit demder Künstler auf sein werdendes Werk schaut. Düster,schwermüthig, thränenreich, finster, schwarzgallig, pessi-mistisch und überhaupt hassenswürdig finden ihn nurdie, welche mit seiner Naturbeschreibung des Menschennicht zufrieden zu sein Ursache haben. Diese aber würdeer, sammt ihren Antipathien und Sympathien, ihremHass und ihrer Liebe, für gleichgültig halten und ihnenetwa mit solchen Belehrungen dienendie Hunde bellenjeden an, den sie nicht kennen oderdem Esel ist Spreulieber als Gold.

Von solchen Unzufriednen rühren auch die zahl-reichen Klagen über die Dunkelheit des heraklitischenStils her: wahrscheinlich hat nie ein Mensch heller undleuchtender geschrieben. Freilich sehr kurz und deshalb