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Jenes gefährliche Wort, Hybris, ist in der That derPrüfstein für jeden Herakliteer; hier mag er zeigen, ober seinen Meister verstanden oder verkannt hat. Giebt esSchuld Ungerechtigkeit Widerspruch Leid in dieser Welt?
Ja, ruft Heraklit, aber nur für den beschränktenMenschen, der auseinander und nicht zusammen schaut,nicht für den contuitiven Gott: für ihn läuft allesWiderstrebende in eine Harmonie zusammen, unsichtbarzwar für das gewöhnliche Menschenauge, doch dem ver-ständlich, der, wie Heraklit, dem beschaulichen Gotteähnlich ist. Vor seinem Feuerblick bleibt kein Tropfenvon Ungerechtigkeit in der um ihn ausgegossnen Weltzurück; und selbst jener cardinale Anstoss, wie das reineFeuer in so unreine Formen einziehen könne, wird vonihm durch ein erhabnes Gleichniss überwunden. EinWerden und Vergehen, ein Bauen und Zerstören, ohnejede moralische Zurechnung, in ewig gleicher Unschuld,hat in dieser Welt allein das Spiel des Künstlers unddes Kindes. Und so, wie das Kind und der Künstlerspielt, spielt das ewig lebendige Feuer, baut auf undzerstört, in Unschuld, — und dieses Spiel spielt derAon mit sich. Sich verwandelnd in Wasser und Erde,thürmt er wie ein Kind Sandhaufen am Meere, thürmtauf und zertrümmert; von Zeit zu Zeit fängt er das Spielvon neuem an. Ein Augenblick der Sättigung: dannergreift ihn von neuem das Bedürfniss, wie den Künstlerzum Schaffen das Bedürfniss zwingt. Nicht Frevelmuth,sondern der immer neu erwachende Spieltrieb ruft andreWelten in’s Leben. Das Kind wirft einmal das Spiel-zeug weg: bald aber fängt es wieder an, in unschul-