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der menschlichen Erkenntniss zurückgehn, wenn wir vomWerden reden — während es im Wesen der Dinge vielleichtgar kein Werden giebt, sondern nur ein Nebeneinandervieler wahrer ungewordner unzerstörbarer Realitäten?
Dies sind unheraklitische Auswege und Irrpfade: erruft noch einmal: „Das Eine ist das Viele.“ Die vielenwahrnehmbaren Qualitäten sind weder ewige Wesen-heiten, noch Phantasmata unsrer Sinne (als jene denkt siesich später Anaxagoras, als diese Parmenides), sie sindweder starres selbstherrliches Sein, noch flüchtiger inMenschenköpfen wandelnder Schein. Die dritte, für Hera-klit allein zurückbleibende Möglichkeit wird niemand mitdialektischem Spürsinn und gleichsam rechnend errathenkönnen: denn was er hier erfand, ist eine Seltenheit,selbst im Bereiche mystischer Unglaublichkeiten und un-erwarteter kosmischer Methaphern. — Die Welt ist dasSpiel des Zeus, oder physikalischer ausgedrückt, desFeuers mit sich selbst, das Eine ist nur in diesem Sinnezugleich das Viele. —
Um zunächst die Einführung des Feuers als einerweltbildenden Kraft zu erläutern, erinnre ich daran, inwelcher Weise Anaximander die Theorie vom Wasserals dem Ursprung der Dinge weitergebildet hatte. Imwesentlichen darin Thaies Vertrauen schenkend und seineBeobachtungen stärkend und vermehrend, war Anaxi-mander doch nicht zu überzeugen, dass es vor demWasser und gleichsam hinter dem Wasser keine weitereQualitätsstufe gäbe: sondern aus Warm und Kalt schienihm das Feuchte selbst sich zu bilden, und Warm undKalt sollten daher die Vorstufen des Wassers, die nochursprünglicheren Qualitäten sein. Mit ihrer Ausscheidungaus dem Ursein des „Unbestimmten“ beginnt das Werden.Heraklit, der als Physiker sich der Bedeutung Anaxi-