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reits nicht mehr rein physikalisch behandelte, hin nachjenem zuerst angeführten lapidarischen Satz. Wenn ervielmehr in der Vielheit der entstandenen Dinge eineSumme von abzubüssenden Ungerechtigkeiten schaute,so hat er das Knäuel des tiefsinnigsten ethischen Problemsmit kühnem Griffe, als der erste Grieche, erhascht. Wiekann etwas vergehen, was ein Recht hat, zu sein! Woherjenes rastlose Werden und Gebären, woher jener Aus-druck von schmerzhafter Verzerrung auf dem Angesichteder Natur, woher die nie endende Todtenklage in allenReichen des Daseins? Aus dieser Welt des Unrechtes,des frechen Abfalls von der Ureinheit der Dinge flüchtetAnaximander in eine metaphysische Burg, aus der hin-ausgelehnt er jetzt den Blick weit umher rollen lässt,um endlich, nach nachdenklichem Schweigen, an alleWesen die Frage zu richten: „Was ist euer Daseinwerth? Und wenn es nichts werth ist, wozu seid ihr da?Durch eure Schuld merke ich, weilt ihr in dieser Existenz.Mit dem Tode werdet ihr sie büssen müssen. Seht hin,wie eure Erde welkt; die Meere nehmen ab und trocknenaus, die Seemuschel auf dem Gebirge zeigt euch, wieweit sie schon vertrocknet sind; das Feuer zerstört eureWelt bereits jetzt, endlich wird sie in Dunst und Rauchaufgehn. Aber immer von neuem wieder wird einesolche Welt der Vergänglichkeit sich bauen: wer ver-möchte euch vom Fluche des Werdens zu erlösen?“
Einem Manne, der solche Fragen stellt, dessen auf-schwebendes Denken fortwährend die empirischen Strickezerriss, um sofort den höchsten superlunarischen Auf-schwung zu nehmen, mag nicht jede Art des Lebenswillkommen gewesen sein. Wir glauben es gerne derÜberlieferung, dass er in besonders ehrwürdiger Klei-dung einhergieng und einen wahrhaft tragischen Stolz