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elendesten Zufälligkeiten, von plötzlichen AArfinsterungender Köpfe, von abergläubischen Zuckungen und Anti-pathien, zuletzt selbst von schreibefaulen Fingern odergar von Kerbwürmern und Regenwetter ab, ob es nochein Jahrhundert länger lebt oder zu Moder und Erdewird. Doch wollen wir nicht klagen, vielmehr uns selbstdie Abfertigungs- und Trostworte Hamann’s gesagt seinlassen, die er an die Gelehrten richtet, die über verlorneWerke klagen: „Hatte der Künstler, welcher mit einerLinse durch ein Nadelöhr traf, nicht an einem ScheffelLinsen genug zur Übung seiner erworbenen Geschicklich-keit? Diese Frage möchte man an alle Gelehrte thun,welche die Werke der Alten nicht klüger als jener dieLinsen zu gebrauchen wissen.“ Es wäre in unseremFalle noch hinzuzufügen, dass uns kein AVort, keine Anek-dote, keine Jahreszahl mehr überliefert zu sein brauchte,als überliefert ist, ja dass selbst viel weniger uns erhaltensein dürfte, um die allgemeine Lehre festzustellen, dassdie Griechen die Philosophie rechtfertigen.
Eine Zeit, die an der sogenannten allgemeinen Bildungleidet, aber keine Cultur und in ihrem Leben keine Ein-heit des Stils hat, wird mit der Philosophie nichts Rechtesanzufangen wissen, und wenn sie von dem Genius derWahrheit selbst auf Strassen und Märkten proclamirtwürde. Sie bleibt vielmehr, in einer solchen Zeit, ge-lehrter Monolog des einsamen Spaziergängers, zufälligerRaub des Einzelnen, verborgenes Stubengeheimniss oderungefährliches Geschwätz zwischen akademischen Greisenund Kindern. Niemand darf es wagen, das Gesetz derPhilosophie an sich zu erfüllen, niemand lebt philosophisch,mit jener einfachen Mannestreue, die einen Alten zwang,wo er auch war, was er auch trieb, sich als Stoiker zugebärden, falls er der Stoa einmal Treue zugesagt hatte.