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Urtheil jener Philosophen über das Leben und das Daseinüberhaupt besagt so sehr viel mehr als ein modernesUrtheil, weil sie das Leben in einer üppigen Vollendungvor sich hatten, und weil bei ihnen nicht, wie bei uns,das Gefühl des Denkers sich verwirrt in dem Zwiespaltdes Wunsches nach Freiheit Schönheit Grösse des Lebensund des Triebes nach Wahrheit, die nur frägt: Was istdas Leben überhaupt werth? Die Aufgabe, die derPhilosoph innerhalb einer wirklichen, nach einheitlichemStile gearteten Cultur zu erfüllen hat, ist aus unsernZuständen und Erlebnissen deshalb nicht rein zu errathen,weil wir keine solche Cultur haben. Sondern nur eineCultur, wie die griechische, kann die Frage nach jenerAufgabe des Philosophen beantworten, nur sie kann, wieich sagte, die Philosophie überhaupt rechtfertigen, weilsie allein weiss und beweisen kann, warum und wie derPhilosoph nicht ein zufälliger beliebiger, bald hier- balddorthin versprengter Wanderer ist. Es giebt einestählerne Noth wendigkeit, die den Philosophen an einewahre Cultur fesselt: aber wie, wenn diese Cultur nichtvorhanden ist? Dann ist der Philosoph ein unberechen-barer und darum Schrecken einflössender Komet, währender im guten Falle als ein Hauptgestirn im Sonnensystemeder Cultur leuchtet. Deshalb rechtfertigen die Griechenden Philosophen, weil er allein bei ihnen kein Komet ist.
2.
Nach solchen Betrachtungen wird es ohne Anstosshingenommen werden, wenn ich von den vorplatonischenPhilosophen als von einer zusammengehörigen Gesell-schaft rede und ihnen allein diese Schrift zu widmen