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Der Ausdruck iu der Musik.
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steigern sich bis zu ihr hin und die nachfolgenden fallen von ihrans ab. Die dynamische Schattirung des einzelnen Takt-motivs geht also in der der Phrase auf und unter; dieUnterscheidung der Taktmotive muß daher statt durch die Dynamiknun durch die Agogik in der oben bezeichneten Weise geschehen, wosie nothwendig ist. Ob die dynamische Hauptnote des ersten odereines Mittlern oder des letzten Taktmotivs die dynamische Hanptnoteder Phrase ist, kann oft genug ohne speeielle Angabe des Kompo-nisten erkannt worden und zwar aus der melodischen Bewegung,doch geben häufig die Komponisten durch «/s oder durchgehendeSchattirungszeichen ---- die Stelle der dynamischen Gipfelungan, was besonders dann nothwendig ist, wenn die gewünschtedynamische Schattirung nicht in der angedeuteten Weise mit dermelodischen Bewegung im Einklänge ist. Grelle Kontraste müssenjederzeit seitens des Komponisten gefordert werden, höchstens wirdderselbe sich die Bequemlichkeit gestatten, für ähnliche Stellen die-selbe Art dynamischer Ausstattung als selbstverständlich vorauszn-setzen, wobei Jrrthümer doch noch immer leicht möglich sind. Einespecifisch Beethoven'sche Eigenthümlichkeit ist nach einer Steigerungdie Ersetzung der dynamischen Hauptnote durch ein plötzlichespiano; das ist Pathos, oder wenn man will, Effekt, musikalischeLaune, Kaprice, etwas durchaus abnormes, das man ohne Vorschriftdes Komponisten nie voranssetzen darf.
Das Problem der musikalischen Phrasirung verliert sich viel-zusehr in Specialfälle, als daß ich versuchen könnte, im Rahmendieses Vortrags näher darauf einzugehen. Mein Ziel war nur, dieHauptgesichtspunkte anzndeuten, nach denen vorgegangen werdenmuß, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Kombinirt mandie verschiedenen Faktoren, welche ich einzeln kurz charakterisirt habe,die natürliche Dynamik für Steigung und Fall der Melodie undfür die metrischen und rhythmischen Motive und Phrasen, die natür-lichen Beschleunigungen und Hemmungen, welche durch harmonische,melodische und metrisch-rhythmische Rücksichten sich gebieten, so wirdman im einzelnen Falle bereits beinahe regelmäßig Konflikte ver-schiedener Bestimmungen finden, die gegen einander kompcnsirt seinwollen und kompensirt werden müssen. Der musikalische Ausdruckist also, selbst angenommen, daß die ihn bestimmenden Gesetze klarerkannt wären, doch nicht etwas Einfaches sondern etwas sehr Kom-