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für alle Zeiten eine der hervorragendsten Erscheinungen in der ganzenMusikliteratur bilden wird. Diese Gesänge machten schon damalsin der musikalischen Welt ein solches Aussehen, daß man Palestrinaden Titel »prineips ckslln Zlnsicu« beilegte.
Von dem dem Papste Gregor XIII. gewidmeten Messenbande(Band XIII) sei erwähnt, daß die sonst üblichen Überschriften feh-len, die Messen sind einfach numerirt. Dies geschah wohl, um denWünschen der früher besprochenen Kardinalskongregation nachzu-kommen.
Die Widmungsurkunde lautet:
„Daß Gottes Güte der Grund und die Ursache aller nur denk-baren guten Gaben ist, lehrt nicht bloß der Apostel, sondern auchdie von demselben gnädigen Gotte uns verliehene Vernunft läßtuns darüber keinen Zweifel. Wenn wir aber die uns verliehenenGaben dem, der sie uns geschenkt hat, nicht vergelten und zwarnicht bloß durch sein Lob und in Worten, sondern, was vor Allemnoch thut, mit der Thal, so erweisen wir uns gerade in Betreff derGüter, die wir zum Lobe Gottes verwenden sollten, am undank-barsten. Seitdem ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, habe ichmir vorgenommen, alle mir znerkannten Fortschritte in der Musik,deren Erlernung ich mich von Jugend auf gewidmet habe (meinendoch viele, daß ich in dieser Beziehung einiges geleistet hätte, wäh-rend ich selbst sehr wohl weiß, wie gering das ist), so gering sieauch immer seien, völlig zur Verherrlichung Gottes in Lobgesängenzu weihen. Da aber unter diesen die herrlichsten und Gott wohl-gefälligsten diejenigen sind, welche bei dem allerheiligsten Meßopfergesungen werden, und vieles dahin Gehörige von mir komponirtworden ist, so habe ich die beifolgenden geringen Sachen ausge-wählt, um sie Deiner Heiligkeit, dem Papste Gregor zu Füßen zulegen und mit Deiner Erlaubnis herauszugeben." —
Eine seltsame Bearbeitung oder besser gesagt Verballhornisirungzu diesem Bande besitzt die Bibliothek zu Bologna, nämlich einebezifferte Orgelstimme. Man denke sich das durchsichtige GewebePalestrina scher Stimmen, gedeckt und auseinandergerissen durch denKlang der Orgel. Eine seltsame Verirrung, und trotzdem ist dieseStimme für uns wichtig, weil wir aus derselben erkennen, in wel-cher Tonhöhe die Alten gesungen haben. Die wenigsten WerkePalestrina's können so, wie sie geschrieben, aufgeführt werden, es