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Giovanni Pierluigi da Palestrina und die Gesammt-Ausgabe seiner Werke
Entstehung
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Paul Graf Waldersee.

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Greifen wir aus diesem Bande die Gruppe der achtstimmigenMotetten heraus. Sie unterscheiden sich von den gleichstimmigendes zweiten Bandes dadurch, daß die Stimmen hier in zwei Chöregetheilt sind. Dort wird der Satz aus acht gleichberechtigten Ele-menten gebildet, hier ist er das Produkt zweier viergliederiger Fak-toren. Diese innere Verschiedenheit bei äußerlich scheinender Gleich-heit mag der Grund für die veränderte Schreibweise sein; in jenenschreitet die einzelne Stimme in lebendigen, in diesen der einzelneChor in gemessenen Schritten einher. Diese zweichörigen Motetten:

8nrAS illnmiiiarö blioiuisuloin, I,uu<lu 8ion, Vcnii sunets Spiritus,Xvs iLAiua, Hockte Lliristus uatus est und .Iu1>ilats Deo (Nr. 28bis 33) gehören zu den hervorragendsten Kompositionen Palestrina's.Der zweite Chor bewegt sich in tieferer Lage als der erste, es ent-stehen durch den Wechselgesang der beiden Tonkörper abgestufte,durch den Zusammentritt der beiden Chöre vollgesättigte Klang-farben. Frei von jeder Künstelei, klar und durchsichtig in derStimmführung werden diese Motetten, wie die Jmproperia, der Zeitzu trotzen wissen.

G. Maria Nanini, Kapellmeister in S. Maria Maggiore, hattein Rom eine Musikschule gegründet, in der er Schüler in den Ele-menten des Kontrapunktes unterrichtete. Auf seine Veranlassung nahmPalestrina eine Lehrerstelle an diesem Institute an, die musikalischeAusbildung der Schüler vollendend. In diesen Zeitraum fällt auchder Palestrina vom Papst Gregor XIII. gegebene Auftrag, dasXutipllouar und das Oiaäuals zu verbessern. Wenn er auch dieArbeit nicht selbst ausführte, sondern seinem Schüler Guidetti, demer rathend zur Seite stand, übertrug, so hat er doch die Oberaufsichtüber dieselbe geführt. Am 21. Juli des Jahres 1580 starb seineGattin Lucrezia, mit der er in äußerst glücklicher Ehe gelebt hatte.Ich will, soll Palestrina gesagt haben, nun gänzlich von der MusikAbschied nehmen: die Musik und die Trauer schicken sich nicht zu-sammen; ich will mich daher nur mit dem furchtbaren Gedankenmeines letzten Endes beschäftigen, und damit die Welt wisse, daßich dieses Entschlusses immer eingedenk sei, so soll das letzte meinerWerke die Motette sein:An den Wassern Babylons saßen wir undweinten". Palestrina änderte seinen Entschluß, denn schon im näch-sten Jahre widmete er dem Fürsten Buoncompagni zwei Bände, denersten Band der bstimmigen Madrigale und einen Band ckstimmiger