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Giovanni Pierluigi da Palestrina und die Gesammt-Ausgabe seiner Werke
Entstehung
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Paul Gras Waldersee.

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kationsurkunden, die im Originale in lateinischer Sprache verfaßtsind, bringe ich in deutscher Übertragung und beschränke mich aufAnführung derjenigen Sätze, die sich auf die Musik oder die Textebeziehen, während das Ceremonielle fortgelassen wurde. Die Wid-mung lautet:

».Inlio tortio l'oirt. irrrrx.

.Io. I'otrris Tlovsii-18 Lraenestinus.«

Nachdem ich vor Kurzem die christlichen Lobgesänge zu Ehrendes höchsten Gottes in gewählteren Weisen gesungen habe, glaubte ichdieselben Deinem Namen wessen wäre hierfür würdiger? weihenzu sollen, nicht nur deßhalb, weil Du in aller Welt Gott amnächsten stehst, sondern von jeher die Musik so begünstigt hast,daß ich glaube, hoffen zu dürfen, es würde Dir eine Freude bereiten,wenn ich es unternehme, würdige Lobgesänge zu Ehren Gottes, sowiezum ewigen Ruhme Deiner Heiligkeit erschallen zu lassen. Es mögemir vergönnt sein, dies noch recht lange thun zu dürfen. Lebewohl."

Der an dieser Stelle gewährte Raum gestattet nicht die Be-sprechung sämmtlicher Werke, die uns in der Gesammtausgabe Vor-lagen, ich muß mich deßhalb daraus beschränken. Einzelnes heraus-zugreifen und auf dieses die Aufmerksamkeit hinzulenken.

Moritz Hauptmann, der, wie wir in der Folge sehen werden,sich in späterer Zeit für die Musik Perluigi's mehr und mehr er-wärmt hat, schreibt unterm 27 . November 1825 über eine Messe,die er nicht näher bezeichnet, die aber die Missa »Tck voeimmproviäi« sein könnte. Folgendes:Am Charfreitage können Sieeine Messe von Palestrina in der katholischen Kirche hören, sovielich mich erinnere, ist es die iVlissu oairoiriou. Vom Ausdruckver-liebten Wesens", den Thibaut der neuen Kirchenmusik vorwirft, istsie freilich wohl gauz frei ; aber auch von jedem andern, und nachmeinem Gefühl eben so wenig Kirchenmusik als sie Theatermusikoder Tanzmusik ist, weil es überhaupt nicht Musik ist. Nicht weilsie kanonisch ist; obwohl auch eine Messe von A bis Z so zuschreiben keinem einfallen kann, der den Zweck seiner Arbeit nichtganz aus dem Auge verloren hat. Aber wie sind diese Kanonsgemacht, wie trocken und musikalisch uninteressant starre Krystalli-sation; keine organische Entwicklung."

Vergleichen wir diese Worte mit obenbezeichneter Messe, so