5) Giovanni Pierlnigi da Palestrina und die Gesammtausgabe seiner Werke. 93
nicht einmal so viel für seinen größten Kirchenkomponisten übrig,eine Gesammtausgabe seiner Werke zn veranstalten. Daß die An-regung hierzu von Deutschland ausging, trotzdem hier die Ausfüh-rung auf Schwierigkeiten stieß, die in Italien mit Leichtigkeit zuüberwinden gewesen wären, gereicht unserm Vaterlande zur beson-deren Ehre. Geschäftlich scheint zwar unsere Ausgabe, wenn wirdas namentliche Verzeichnis der Subskribenten betrachten, keine Re-sultate erzielt zu haben. Vielleicht träte eine Wendung Mm Bes-sern ein, wenn die Verlagshandlung sich entschlösse, neben der Par-titur- eine Stimmen-Ausgabe zn veröffentlichen. Freilich müßteeiner solchen eine Umschreibung der Stimmen in die jetzt gebräuch-lichen Schlüssel vorangehen. Denn ebensowenig es zu rechtfertigenist, wenn, wie es leider in den ersten Bünden geschehen ist, ineiner Partiturausgabe die nicht mehr üblichen Mezzosopran- undBaritonschlüssel durch andere ersetzt werden, da hierdurch die Kon-gruenz von
und
verloren geht, so unbequem könnten in einer Stimmenausgabe diebenannten Schlüssel heutigen Tages Sängern werden.
Doch kehren wir nunmehr zu dem ersten Bande der Messenzurück. In Bezug auf die Benennungen der einzelnen Messen willich voranschicken, daß die lateinischen sich ans die Themata beziehen,die der Messe zu Grunde gelegt sind, und theils aus dem grego-rianischen Choral, theils aus Motetten und Madrigalen stammen.Von den übrigen beziehen sich die meisten aus Lieder, die zur Zeitbeliebt waren, so z. B. ist das Thema der Messe: »lbiRomnwarme« einer Kanzone mit dem Texte
»I.ows, toms, iorns arme,üt Itoviuet tu m'asI,L wort clouriö,
(tuanct tu t'su vas.«
entnommen. Die obenerwähnten Themata liegen gewöhnlich imTenor, wodurch diese Stimme den Namen erhielt, denn tenor heißtzu deutsch ununterbrochener Lauf.
Picrluigi widmete den Band dem Papst Julius III. Die Dedi-