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Giovanni Pierluigi da Palestrina und die Gesammt-Ausgabe seiner Werke
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7) Giovanni Pierluigi da Palestrina und die Gesammtausgabe seiner Werke. 95

muß freilich zugestanden werden, daß das hart klingende UrtheilHauptmann's gerechtfertigt ist, denn elf auf folgendes Thema gebaute

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^ti oos - nnm s. - Ani pro - vi - cir

kanonisch geschriebene Sätze hinter einander zu hören, in denen zweiStimmen einen Kanon in der Ober- oder Unterquinte fingen, wäh-rend die drei übrigen Stimmen dagegen kontrapunktiren,, dürfteselbst den größten Liebhaber kanonischer Schreibweise übersättigen.

Es fei mir vergönnt, hier nachstehende Worte des Heraus-gebers dieses Bandes citiren zu dürfen; dieselben geben ein lebendigesBild der redaktionellen Thätigkeit. Er schreibt:Da Pierluigi geradeim I- Messenbande von seiner Kenntnis in denKünsten der Nieder-länder" Zeugnis ablegte, so fehlt es nicht an Stellen, bei welchendie einzelnen Stimmen unter verschiedenen Taktzeichen und Noten-werthen singen. So ist das Hosairna der ersten Messe »Loossaeeräos« im tkwpns irapertm trim, prolatio pertscta geschrieben,im III. vei derselben Messe haben Sopran und Alt das

dernxrm porteotnni miiror, der Tenor das töivprrs pertootninmasor, der Baß toinprig iillperksOtriin und prolatio perteota; beimDona nobis aber tritt noch die Hemiolikr minor dazu. Diesesaußerordentlich verwickelte ^.Airus wurde auch in der Original-notation mitgetheilt, um durch ein Beispiel zu zeigen, in welcherWeise bei ähnlichen Fällen die Ausführung und Auslösung bewerk-stelligt wurde."

Einzelnen Lesern, die nicht Gelegenheit hatten, sich mit Men-suralnoten zu beschäftigen, wird es Interesse gewähren, in dieSchreibweise vergangener Jahrhunderte einen Blick werfen zu können,ich theile deßhalb die Originalnotation, sowie die Auflösung desAnfanges dieses I)ei in Folgendem mit:

In der Mensuralnmsik:

Hinpns psrkevtnm und tsinpns inrpsrksiNurn die Theilung der Lrsvrs ^in drei, resp. zwei 8enridrsvs8 ^ .

krolntio porkeotn oder mnjor und krointio irnnor die Theilung der 8swi-drevis in drei, resp. zwei Ninimns

kroportio irewioiis., der Übergang aus dem zwei- in den dreithciligen Takt,der nicht durch ein vorgeschriebenes Taktzeichen, sondern aus der Schwärzungsämmtlicher Noten erkannt wird.