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Giovanni Pierluigi da Palestrina und die Gesammt-Ausgabe seiner Werke
Entstehung
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Paul Graf Waldersee.

aber wenig Beifall und Unterstützung. Acht Jahre später trat dieVerlagshandlnng Breitkops und Härtel in Leipzig, unter Vermitt-lung Bunsen's, damals preußischer Gesandter in Rom, mit Baini,der die meisten Werke Pierluigi's in alten Drucken und Handschrif-ten gesammelt und handschriftlich in Partitur gesetzt hatte, in Ver-bindung. Doch das Unternehmen zerschlug sich. Mit Unterstützungdes kunstsinnigen Königs Friedrich Wilhelms IV. hatte sich Theodorde Witt im Jahre 1846 nach Italien begeben und dort reiches Ma-terial für die Herausgabe der Werke Pierluigi's gesammelt. Seineschwächliche Gesundheit erlag den klimatischen Verhältnissen, er starbin Rom am 1. Dec. 1855. Seinen literarischen Nachlaß erwarbdie Königl. Bibliothek zu Berlin, und die Resultate seiner For-schungen blieben hierdurch der Welt erhalten, denn auf Veranlas-sung obengenannter Verlagshandlung wurde das druckfertig vor-liegende Material, die vier ersten Bände der Motetten enthaltend,von I. N. Rauch und Fr. Espagne herausgegeben; es folgten balddarauf der 5. und 6. Baud der Motetten. Espagne starb imJahre 1875; die musikalische Welt zeigte sich für die Ausgabe in-different, und die Sache kam ins Stocken. Eine günstige Wen-dung trat dadurch ein, daß die sämmtlichen Handschriften Baini's,sowie die alten handschriftlichen Schätze des sistinischen Archivesdurch die Munifieenz Papst Pius IX. zugängig wurden, und daßin katholischen Kreisen sich eine größere Theilnahme zeigte. InRegensburg bildete sich auf Veranlassung des DomkapellmeistersF. X. Haberl ein Palestrina-Verein, der sich zur Aufgabe stellte,Subskribenten zu gewinnen, und das preußische Kultusministeriumunterstützte durch Entnahme von Exemplaren die pekuniären Ver-hältnisse. Nun traten Breitkopf und Härtel unterm 27. Januar 1879mit einem Prospekt hervor, wonach die Fertigstellung der Gesammt-ausgabe bis zum Jahre 1894, dem dreihundertsten Gedächtnisjahredes Todes Pierluigi's, in Aussicht gestellt wurde. Seitdem schreitetdie Ausgabe rüstig vorwärts; der siebente Band der Motetten, dieHymnen sowie die Offertorien sind bereits erschienen. Von derGruppe der Messen, deren Herausgabe der obengenannte Dom-kapellmeister Haberl übernommen hat, liegen fünf Bände vor; fastdie Hälfte der Gesammtausgabe, die 30 Bände füllen wird, ist imDrucke sertiggestellt. Das Land, in dem die Wiege Pierluigi'sstand, dessen Bibliotheken das ganze Material beherbergen, hatte