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Die Söhne Sebastian Bach's.
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Sonaten oder Trios für 2 Klaviere mit obligatem Pedal zeigen,wie weit der 12jährige Knabe das bloß Technische des Klavier- undOrgelspiels überwunden hatte und mit welcher Sicherheit er großenkontrapunktischen und harmonischen Schwierigkeiten gegenübertretenkonnte. Von seinem 15. Jahre ab erhielt er in Leipzig, wo er dieThomasschule besucht hat, durch den damaligen Herzoglich Merse-burgischen Konzertmeister Grann (später der Kapelle Friedrichs desGroßen als erster Violinist angehörig) Unterricht aus der Violineund ist hiedurch auch auf diesem Instrumente ein vorzüglicher Vir-tuose geworden. Nach seinem Abgänge von der Schule stndirte erauf der Leipziger Universität bei den berühmtesten Lehrern Philo-sophie, Vernunftlehre, Institutionen, Pandekten, Wechselrecht undMathematik. So war er zu wissenschaftlicher Bildung und Reisevor vielen anderen seiner Zeit- und Standesgenossen bevorzugt er-zogen. An Gaben des Geistes und an Talent fehlte es ihm nicht.Die Liebe des Vaters umgab ihn überall und führte ihn als stetenBegleiter bei Reisen mit sich. Als Händel 1729 von Italiennach Halle kam, und Seb. Bach, durch Krankheit verhindert selbstdorthin zu reisen, gleichwohl das dringende Verlangen hatte, seinenberühmten Landsmann persönlich kennen zu lernen, wurde Friede-mann beauftragt, nach Halle zu gehen und die Einladung persön-lich an Händel zu übermitteln. Wir wissen, daß Händel leiderdieser Einladung, wie auch einer späteren, keine Folge gegeben hat.
Alle diese günstigen Umstände hätten in Friedemann Bachweitere Gesichtskreise bilden, ihm höhere Ziele für das Leben unddie Kunst als erreichbar und nothwendig zeigen können. SeinBruder Emauuel durfte von ihm sagen: „Er konnte unfernVater eher ersetzen als wir alle zusammen genommen."Er war der stärkste Orgelspieler seiner Zeit. Seine Fertigkeit undGewalt auf diesem Instrument waren unglaublich. Der Zuhörertraute, indem er dem Gange seines Spiels folgte, seinen Ohrennicht. Die Hoheit, Würde und Macht desselben erregten heiligeSchauer. Seine Phantasien waren so reich und neu, so fremdartigund gewaltig, daß die Meisten Mühe hatten dem Gange seinesGenius zu folgen.
Alles dieses konnte ihn nicht vor einem verfehlten Leben undvor einem traurigen Ende bewahren, zumal sich schon in seinenjüngeren Jahren ein auffallender Hang zur Zerstreutheit und zu