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Die Söhne Sebastian Bach's
Entstehung
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C. H. Bitter.

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dies seinen Grund darin, daß wir Emanuel Bach's musikge-schichtliche Stellung der Gesammtheit der Kunst gegenüber in dasAuge zu sassen haben, während die Mitwelt den Komponisten undLehrer, wie den ausübenden Künstler als solchen zu bewun-dern hatte.

Alles in Allem genommen war er das nothwendige Mittelgliedzwischen der altklassischen und der modernen Musikperiode, einschöpferischer Kopf, feurig, voll von künstlerischen Interessen undhoher Begabung. Als er starb, trauerte die gesammte deutscheMusikwelt um ihn, als um einen Verlust, den man nach damaligenBegriffen für unersetzlich hielt. Und doch waren Mozart, Haydn,Gluck bereits Männer von strahlendem Ruhme.

Mit Emanuel Bach waren die Traditionen seiner Familie,war die Schule der altklassischen Musiker geschlossen. Es war einschöner Abendglanz, der dem alten Meister in seine Gruft leuchtetenach langer treuer und erfolgreicher Arbeit. Alles was wir vonihm wissen lehrt uns mit bewundernder Ehrfurcht den Gang er-kennen, den die Entwickelung der Kunst in einem ihrer edelstenZweige genommen hat.

Emanel Bach hatte sich in einem langen Leben ihr treu be-währt. Wenn es ihm nicht gegeben war, bis zu den oberstenStufen ihres Tempels emporzusteigen, zu denen vor ihm mitHändel sein großer Vater gelangt war und welche nach diesenbeiden deutschen Künstlern noch andere auserlesene Männer unsererNation erreichen sollten, so gebührt ihm nichtsdestoweniger reicherDank und ein ehrenvolles Andenken.

Ein anderes, freilich weniger erfreuliches Bild tritt uns inWilhelm Friedemann Bach entgegen dem ältesten der21 Kinder und 12 Söhne, welche Sebastian Bach in zwei glück-lichen Ehen geboren worden waren. Friedemann war im Jahre1710 zu Weimar zur Welt gekommen. Nach allem was wir wissenund zu beurtheilen vermögen, hatte Sebastian Bach gerade diesenseinen Erstgeborenen mit besonderer Liebe gehegt, ihn sorgsamunterrichtet, für die höchste Höhe seiner Kunst anferzogen. Friede-mann zeigte schon in frühester Jugend die seltenste Befähigung fürdie Musik, war sehr bald Meister im Klavier- und Orgelspiel, undwurde der verwickeltsten kontrapunktischen Ausgaben mit spielenderLeichtigkeit Herr. Die im Jahre 1722 für ihn geschriebenen sechs

MW