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Die Söhne Sebastian Bach's
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Die Söhne Sebastian Bach's.

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Fülle an harmonischen Gedanken, die Gewissenhaftigkeit und Strengein der Darstellung und die fromme Vertiefung in den Gegenstandlassen erkennen, wie ernst es dem alten Meister um das Erreichenseines Zwecks gewesen ist, nämlich dem Studium der Harmonieauf dem Gebiete kirchlicher Andacht eine reich strömende Quellezu eröffnen. Deren äußerlicher Umfang läßt sich daraus ermessen,daß die erste Litanei nicht weniger als 58 Chöre und Gegenchöre,die zweite Litanei deren 42 mit den Antworten, welche zum Theilbis zu 37 Takten ausgedehnt werden, enthält. Die Motive sindnaturgemäß sehr einfach. Praktischen Gebrauch von dieser Arbeitzu machen ist unserer Zeit wohl kaum Vorbehalten. Der ungeheureSchatz von Wissen aber, der darin niedergelegt ist, verdient vonder lernenden Jugend gehoben zu werden; der Nutzenden sie davonhaben würde, wird vor Allem geeignet sein, das Andenken des altenMeisters in reichem und Hellem Lichte neu erstehen zu lassen.

Wenn ich, ohne eigentlichen inneren Zusammenhang mit der .Besprechung der theoretischen Arbeiten sowie der Litaneien einigeWorte über eine andere Gattung kirchlich-religiöser Musik hierein-schiebe, in welcher Emanuel Bach ein ganz besonderes Verdienstgebührt, und welche doch mit seinen eigenen Kompositionen ganzaußer jeder Verbindung steht, so geschieht dies, weil auch hier einetheoretisch-unterrichtliche Saite anklingt.

Es ist dies die Bearbeitung der 4stimmigen Choräle seinesVaters, ohne welche diese ewig bewundernswürdigen Meisterwerkewohl kaum anders als in verstümmelter Gestalt auf uns gekommensein würden. Der damalige erste Verleger hatte die Herausgabeohne Emanuel Bach's Zuziehung unternommen, ihm später aberdoch die Bearbeitung übertragen, die von Niemand sicherer undkünstlerisch vollkommener gefertigt werden konnte, als von ihm. Inder Vorrede zum ersten Theile, der 100 dieser Choräle enthielts1765), sagt er nun ausdrücklich: Wie nutzbar kann eine solcheBetrachtung (die ganz besondere Einrichtung der Harmonie unddas natürlich Fließende der Mittelstimmen und des Basses) denLehrbegierigen der Setzkunst werden, und wer leugnetwohl hent zu Tage den Vorzug der Unterweisung inder Setzkunst, vermöge welcher man statt der steifenund pedantischen Contrapunkte den Anfang mit Cho-rälen machet?

Musikal. Vorträge. V. 2