Die Söhne Sebastian Bach's.
7
noch andere Instrumente gespielt habe, davon ist keine Nachricht aufuns gekommen, während man weiß, daß Friedemann Bachneben den Hauptinstrumenten auch, wie es scheint, sehr fertig, dieVioline gespielt hat.
Die durch eine Bemerkung Hilgenfeld's verbreitete Annahme,daß Emanuel Bach die Musik nur zu seiner Freude gelernt habeund eigentlich den Wissenschaften bestimmt gewesen sei, erweist sichbei näherer Betrachtung aller hierauf bezüglicher Verhältnisse alsunrichtig. Emanuel Bach war durch und durch Künstler undwar zu einem gründlichen und tüchtigen Musiker erzogen. SeinTalent wies ihn von früh an auf die schöne Kunst hin, in der seineFamilie von Alters her so Großes geleistet hatte, und die wissen-schaftlichen Studien gingen bei ihm offenbar nur neben jener her.
Er hat auch keinen Augenblick geschwankt, sich der Musik alsseiner bleibenden Lebensaufgabe zu widmen. Er selbst sagt hier-über: „Als ich 1738 meine akademischen Jahre sin Frankfurt a/O.)endigte und nach Berlin ging, bekam ich eine sehr vortheilhafteGelegenheit, einen jungen Herrn in fremde Länder zu führen: einunvermutheter gnädiger Ruf zum damaligen Kronprinzen vonPreußen, jetzigen König, nach Ruppin, machte, daß meine vorha-bende Reise rückgängig wurde."
Es ist dies, nächst seiner weiteren Berufung nach Hamburg(welche 30 Jahre später erfolgte), fast das einzige Ereignis, welchesabgesehen von seiner Thätigkeit als Tonsetzer in einem so langenund so thätigen wie erfolgreichen Leben für die Biographie wie fürdie Kunstgeschichte von Interesse ist.
An sich darf man es gewiß, zumal von dem heutigen histori-schen Standpunkte aus, als etwas Bedeutendes ansehen, daß derSohn Seb. Bach's berufen wurde, der Cembalist des großenKönigs zu sein, der seiner Zeit und seinem Jahrhundert die Signa-tur gegeben hat. Man wird weiterhin erkennen, von welcher Wich-tigkeit insbesondere in der Kapelle Friedrichs des Großen dieStellung eines Cembalisten war. Für Bach's Lebensentwickelungund musikalische Größe war sie von der entscheidendsten Bedeutung.Um so mehr ist es zu bedauern, daß nicht die geringste Andeutungdarüber vorhanden ist, welches die Gründe gewesen sein mochten,die den damaligen Kronprinzen bewogen haben, Emanuel Bach zusich zu berufen. Da Friedrich derartige Dinge persönlich und aus