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S. Bagge.
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Sonaten und Symphonien w. Haydn's, Mozart's u. s. w. vor-kommt. Jener ist außerordentlich langsam im Vergleich zu diesen.Bleibend ist bei ihm nur der ^/.i-Takt und ein gewisses behäbigesWesen, das sich jedoch schon bei Haydn in ein launiges verwandelt.Die Form des Menuet, wie sie oben angegeben wurde, blieb übri-gens unserem dritten Symphoniesatze noch, als Beethoven dasScherzo an seine Stelle setzte. Dieses behielt auch zunächst nochden 2 / 4 -Takt bet und unterschied sich somit nur durch schnelleresTempo, und dadurch, daß an Stelle des Behäbigen oder Gemüth-lichen das ausgesprochen Scherzhafte oder die humoristische Be-handlung trat*). Noch später wurde auch am ^/.i-Takt nicht mehrfestgehalten, es tritt, namentlich unter Mendelssohn und Schumann,der Vi-Takt an seine Stelle; endlich verschwindet auch zeitweilig dieBezeichnung „Scherzo" und der Satz behält bloß die Bedeutung einesIntermezzo.
Noch größer sind die Veränderungen, welche der vierte Satz,auch „Finale" geirannt, erfuhr. Jur ersten Stadium der Symphoniefindet man kaum je einen Finalsatz anderen als einfach lustigenCharakters in sehr raschem Tempo, oft der Gigue der Suite ähn-lich, oft aber auch ohne das dieser eigene Triolenwesen. Dabei warder Satz meist in einfachster Rondoform gehalten und sehr kurz.Doch wußten schon Haydn und Mozart eine Steigerung der Leben-digkeit, fröhliches Leben und Humor, gerade im Finale zu bieten ;es war dies hier auch um so nöthiger, als sie zum dritten Satzkein Scherzo, sondern den Menuet hatten, der nach Form und Cha-rakter zu solcher Steigerung nicht geeignet war. Wer da aber etwasGroßartiges, Gewaltiges, Hinreißendes suchen würde, suchte ver-geblich: bei Haydn ist es gar nicht vorhanden, bei Mozart kommtes erst in den zwei letzten, der Oinoll- und der sogenannten Jupi-ter-Symphonie, zu allerdings entschiedenem Ausdruck. Das ganzgroßartige Finale, mit weitläufigen Formen und kolossalen Inten-tionen, ist aber wieder Beethoven Vorbehalten geblieben und na-mentlich in den Symphonien Nr. 5, 7 und 9 vorkommend. Undgerade im Finale zeigt sich überhaupt die fast dramatische, sich stetsübergipfelnde Anlage der späteren Symphonien von Beethoven. Es
Der dritte Satz der 1. Symphonie von Beethoven ist noch „Menuet" über-schrieben; aber bereits ein wirkliches Scherzo.