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Die Symphonie in ihrer historischen Entwickelung
Entstehung
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S. Bagge.

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Symph. Nr. 39.

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Solche Themas vereinigen bereits melodische Lieblichkeit mitrhythmischer Entschiedenheit und sprechen wirkliche musikalische „Ge-danken" aus.

Bei Beethoven, der, wie Haydn, erst im Alter von 29 Jahrenseine erste Symphonie komponirte, demnach in der Zeit seiner voll-kommenen Ausbildung, gewinnt die Angelegenheit eben deßhalb eineganz andere Richtung. Mit Allem vertraut, was zur Gattung ge-hört, konnte er das Gewicht seiner bedeutenderen Persönlichkeit, sei-nes größeren Ernstes in Kunstsachen, seiner durch seltene Selbst-kritik gestählten Intentionen, sogleich in die Wagschale werfen. Escharakterisirt aber ebenso seine Bescheidenheit wie seinen eminentenKunstverstand, daß er sich vorläufig damit begnügte — daß er nichtsogleich als Neuerer oder gar Revolutionär auftrat. Schon oftgenug ist mit einer Art von Mitleid darauf hingewiesen worden,Beethoven „wandle in seiner ersten und zweiten Symphonie nochganz in den Fußtapfen Haydn's und Mozart's". Sofern hierinWahrheit liegt, sollte man sich darüber nur freuen. Denn erst mitder aus der sogenannten Nachahmung gewonnenen Sicherheit konnteBeethoven auf eigenen Füßen stehend auch ganz neue Wege zu be-treten wagen. Weil wir eben nur die ersten Sätze einer Sym-phonie überhaupt betrachten, so soll auch jetzt bloß an die Thema'sder ersten Sätze der ersten bis zur vierten Symphonie dieses Mei-sters erinnert werden. Wo, so darf man fragen, findet man in denWerken seiner Vorgänger Thema's von so entschiedener Männlich-keit, man möchte sagen Ritterlichkeit? Es ist eben doch Beethovenund kein Anderer, der sich hier sogleich zu erkennen giebt. VonNr. 5 an werden die Thema's der ersten Sätze anders geartet, aberdas Beethoven mit Vorliebe zugesprochene dämonische Elementfindet sich nur in Nr. 5 und 9: das Pastorale Element der 6.klingt, wenn auch in anderer Färbung, in der 7. Symphonie nach,und das ritterlich-kräftige der ersten bis vierten findet in der achten